Verlegung von Hochspannungs-Erdkabeln für die Südlink Stromtrasse in der Nähe von Diepholz.
Ellen Hartmann | am

SuedLink: Gutachten von Umweltverband stellt Trasse infrage

Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) lässt eine neue Studie an der Notwendigkeit der Stromtrasse SuedLink zweifeln.

Das Gutachten besage, dass die Trasse, die durch Niedersachsen verlaufen solle, nur bei der maximalen Stromproduktion durch Windkraft an der Nordseeküste notwendig sei, teilt der BUND mit. Allerdings sei mit dieser maximale Stromproduktion nur in wenigen Dutzend Stunden zu rechnen, gibt Lorenz Jarass zu bedenken. Er ist Wirtschaftsinformatiker an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden und Autor des Gutachtens.

SuedLink: eine "überdimensionierte Trasse"

Diese Stromgewinnung könnte jedoch auch durch Reservekraftwerke vor Ort gedeckt werden, anstatt durch diese "überdimensionierte Trasse", heißt es von Jarass. Er bemängelt, dass sich die SuedLink-Planung ausschließlich am Spitzenbedarf orientiere. Die rund 700 Kilometer lange Stromtrasse SuedLink soll Strom von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Hessen und Thüringen nach Bayern und Baden-Württemberg befördern.

Stromtrasse soll rund 10 Milliarden Euro kosten

Die Studie wurde gemeinsam vom BUND sowie von Verbänden und Kommunen in Auftrag gegeben und stellt den Nutzen der Trasse infrage. Laut dem Umweltverband dürften die Kosten den Nutzen übertreffen. Derzeit rechnen die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und TransnetBW mit Kosten in Höhe von rund 10 Milliarden Euro. Der BUND sieht such aber auch durch das Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung bestätigt. Denn diese Studie habe dargestellt, dass eine dezentral organisierte Energiewende mit weniger neuen Trassen auskomme.

Kritik schwelt seit Jahren

Vielerorts sprechen sich Bürgerinitiativen und Kommunen bereits seit Jahren gegen den Bau der Trasse aus. Thüringen behalte sich sogar eine gerichtliche Überprüfung gegen die von der Bundesnetzagentur festgelegte Route der Leitung ein, heißt es von der Landesregierung. Voraussichtlich soll die SuedLink-Trasse 2026 in Betrieb gehen.

Mit Material von dpa
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