Moorpfad-2014
Katja Schukies | am

Tarmstedt: Ein Ort mit Geschichte

Tarmstedt und umzu ist eine Reise wert. Neben der bekannten Ausstellung locken eine abwechslungsreiche Landschaft, schmucke Dörfer und viele Geschichten rund um das Teufelsmoor.

Tarmstedt-Rathaus

Sie verdankt ihre Existenz der Gebietsreform von 1974: die Samtgemeinde Tarmstedt im Landkreis Rotenburg/Wümme. Acht Mitgliedsgemeinden mit 13 Dörfern umfasst die Verwaltungseinheit, deren Hauptort die Gemeinde Tarmstedt mit etwa 3.500 Einwohnern ist.

Dabei ist die Geschichte der Besiedlung viel älter, das Gebiet der Samtgemeinde ist (ur-)altes Kulturland. Insbesondere im Randbereich zwischen Geest und Moor dokumentieren zahlreiche Funde (beispielsweise Steingräber, Urnenfriedhöfe, Siedlungs-Reste) die lückenlose Besiedlung dieses Raumes von der Steinzeit her über die Bronze-, Eisen- und Sachsenzeit bis heute.

Fleck am Rand des Teufelsmoors

Aus dem Jahr 796 stammen Berichte vom Zug des Frankenkönigs Karl („der Große“) gegen die Sachsen. Bei Wilstedt auf der Wüllenheide soll es zur Schlacht gekommen sein. Mit der fränkischen Eroberung hielt auch das Christentum Einzug in diesen Teil Niedersachsens.

Doch bis aus dem mittelalterlichen „Tervenstede“ das heutige Tarmstedt wurde, war es ein langer Weg. So richtig in Schwung kam die Entwicklung des abgelegenen Fleckens am Rande des Teufelsmoores erst, als Mitte des 18. Jahrhunderts Moorkommissar Jürgen Christian Findorff die Sache in die Hand nahm: Moorkolonisation, Infrastruktur-Investitionen und Bevölkerungszuwachs folgten.

Aber erst 1848 wurde der „Mulldamm“ nach Lilienthal und Bremen zur Landstraße ausgebaut, 30 Jahre später kamen Straßen nach Westertimke und Wilstedt dazu. Als 1883 die Post und 1886 das Telefon in Tarmstedt verfügbar sind, bricht endgültig die Moderne für Tarmstedt an.

Tarmstedt heute

Die besondere Bedeutung der Samtgemeinde Tarmstedt liegt heute in dem ausgeprägten Wohnwert des „Lebens auf dem Lande“. Denn die sanfte Hügellandschaft zwischen Geest und Moor mit ihren teils uralten Dörfern lädt zu entspannten Touren ein, auf denen es viel zu entdecken gibt.

Den Tarmstedter Moorlehrpfad, die malerische Ortschaft Vorwerk mit ihren bildhübschen Fachwerkhäusern oder den bizarren „Kratteichenwald“ beispielsweise. Außerdem lohnt das Steingrab bei Steinfeld einen Besuch und entlang der Wörpe locken alte Wassermühlen und kleine Seen. Wandern und Radfahren gelten als ideale Fortbewegung, um die Schönheiten der Region zu erkunden.

Der dörfliche Charakter bleibt

Die Samtgemeinde Tarmstedt hat sich seit ihrem Bestehen ständig fortentwickelt, dabei jedoch den dörflichen Charakter und die ländliche Struktur der Ortschaften erhalten. Die Ausweisung von Baugebieten ließ viele junge Familien in die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Tarmstedt ziehen, sodass die Bevölkerungszahl inzwischen auf knapp 11.000 Einwohner angestiegen ist.

Für Gewerbetreibende, die sich in der Samtgemeinde ansiedeln wollen, gibt es viele Möglichkeiten, beispielsweise in einem ausgewiesenen Gebiet in der Gemeinde Breddorf. An herausragender Stelle steht der Gewerbepark in der Gemeinde Westertimke. Dort wurde das ehemalige Bundeswehrgelände erfolgreich in ein Gewerbegebiet umgewandelt.

Freizeit und viele sportliche Möglichkeiten, Erholung und Ruhe, Einkaufs- und Versorgungsangebote aller Art, nicht zuletzt die Nähe zu den Städten Bremen und Hamburg bieten ein hohes Maß an Lebensqualität in den Gemeinden.

Und einmal im Jahr, immer im Juli, heißt es dann: Der Norden trifft sich in Tarmstedt - zur berühmten Messe.

Kontakt:

Tourist-Information Tarmstedt

Hepstedter Str. 9

27412 Tarmstedt

Tel.: 04283 8930, E-Mail: tourisinfo@tarmstedt.de

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