Schwimmende Windräder auf einem See
Christel Grommel | am

Cuxhaven: Schwimmende Windräder

Der Energiekonzern EnBW testet zwei schwimmende Windräder auf einem Baggersee in Geestland. Bisher werden Offshore-Windparks fest im Boden verankert.

Seit einigen Jahren erprobt die Energiebranche auch schwimmende Windräder. Auf einem Baggersee bei Bremerhaven testet die EnBW nun eine Modellanlage, die 18 Meter hoch ist. Im Realbetrieb sollen die Anlagen allerdings die zehnfache Höhe haben. Das teilten die EnBW und das Unternehmen Aerodyn Engineering mit. Das Testmodell ist mit zwei Turbinen auf einem Schwimmelement ausgestattet.

In diesem Jahr sollen noch weitere Tests stattfinden, im Greifswalder Bodden in der Ostsee sowie Ende 2021 vor der Küste Chinas. Der See reicht als Test nicht aus: "Auf dem See haben wir nur Wind, keine Welle", sagte Aerodyn-Geschäftsführer Sönke Siegfriedsen. In der Ostsee kämen die Wellen dazu.

 

Die smartere Technik?

Die fest auf Stahlgestellen verankerten Windturbinen im Meer können nur bis zu 50 Metern Tiefe eingesetzt werden. "Mit der neuen Technologie kommen Länder und Meeresflächen mit großen Wassertiefen infrage", sagte Hannah König, Leiterin Wind- und Maritime Technik bei EnBW. Für die Schwimmtechnik kämen dann auch tiefe Meere vor Japan, Taiwan und China sowie das Mittelmeer infrage.

Das schwimmende Fundament wird bei der Schwimmtechnik lediglich an einer Ecke frei drehbar verankert. "Damit kann sich die gesamte Struktur wie eine Wetterfahne optimal im Wind ausrichten", sagte König.

Man hofft, ab einer Wassertiefe von 35 Metern mit dem System konkurrenzfähig zu sein. Die Anlagen können im Hafen errichtet und anschließend zum Standort im Meer gebracht werden. Die Schwimmtechnik bringt zudem den Vorteil mit, umweltfreundlicher zu sein: Die Rammarbeiten für das Setzen der Fundamente am Standort fielen weg. Außerdem blieben bei einem Rückbau keinerlei Rückstände bei der Schwimmvariante. 

Unter anderem wurden schon vor Portugal, Schottland und Spanien schwimmende Windräder getestet, denn es arbeiten schon weltweit Unternehmen und Forschungseinrichtungen an der Entwicklung dieser Technik. Im letzten Jahr habe die Entwicklung Fahrt aufgenommen.

Mit Material von dpa

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