Glasaale
Charlotte Meyer | am

Große Besatzaktion an der Elbe: Hunderttausende Jungaale ausgesetzt

Eine länderübergreifende Aktion, soll die Aalpopulation in der Elbe sichern. Auch in diesem Jahr wurden wieder Tiere ausgesetzt.

Mit rund 450.000 ausgesetzten Jungaalen soll der Bestand der Wanderfische in der Elbe gesichert werden. In Bleckede im Landkreis Lüneburg und rund 80 anderen Orten an dem Fluss und seinen Nebengewässern wurden am Dienstag Glasaale entlassen. Sie sind nur sechs bis sieben Zentimeter lang und fast durchsichtig. Im Schnitt wogen die Tiere nur 0,3 Gramm, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilte. Ausgewachsen sollen sie später in ihr Laichgebiet wandern. Die Kosten der Aktion lagen bei 43.000 Euro.

Experten gehen davon aus, dass sich Aale nur in der Sargassosee im Westatlantik paaren. Die Jungtiere sollen dann mit dem Golfstrom wieder zurück nach Europa kommen. Die ausgesetzten Glasaale wurden an der französischen Atlantikküste gefangen. Es war bereits die 15 derartige große Besatzaktion an der Elbe in Niedersachsen.

Aal-Aktion hat Erfolg

„Es gibt seit 2011 einen positiven Trend beim Glasaal-Aufkommen an den europäischen Küsten“, sagte dazu Experte Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband. „Es ist ein ganz leichter Anstieg, aber zumindest ist der mehr als drei Jahrzehnte andauernde Rückgang offenbar gestoppt worden.“ Für den Rückgang des Bestands vor allem seit Mitte der 1980er Jahre werden viele Faktoren diskutiert. Dazu gehören der Klimawandel und damit verbunden eine mögliche Verlagerung des Golfstroms sowie Schäden durch Turbinen und andere Verbauungen, aber auch Schadstoffe im Wasser, Parasiten, Kormorane und die Fischerei.

Auch Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin haben bei Besatzaktionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten Jungaale in die Elbe ausgesetzt. „Solche Aktionen sind wichtig, um den Aalmanagementplan für die Elbe zu erfüllen“, sagte Ubl. „Aalbesatz ist dabei unser Hauptinstrument, um den Bestand wiederaufzubauen. Das könnte Jahrzehnte dauern.“

Mit Material von dpa
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