on_Lüneburger Heide-Wanderer
Christa-Maria Brockmann | am

Harburg: 23.480 Hektar werden FFH-Gebiet

Es ist geschafft. Das letzte Flora-Fauna-Habitat-Gebiet im Landkreis Harburg ist beschlossen: die Lüneburger Heide. Für die dortigen Landwirte und ihre Kollegen aus dem Heidekreis bedeutet das Auflagen.

Um die Lüneburger Heide zum Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiet machen zu können, musste der Umweltausschuss des Landkreises Harburg die Aktualisierung der Verordnung für das Naturschutzgebiet "Lüneburger Heide" beschließen. Die Hauptarbeit in diesem mehrjährigen Mammutverfahren hat jedoch der Heidekreis gemacht. Denn der größte Teil der betroffenen Fläche von insgesamt 23.480 Hektar befindet sich in dessen Bereich. Neu dazu kam das Becklinger Moor.

Verordnung aktualisiert

Da die Lüneburger Heide 1922 erstmals gesichert wurde, mussten die Schutzgebietsverordnungen und die Abgrenzungen aus dem Jahr 1993 den aktuellen Entwicklungen und Rechtsgrundlagen angepasst werden. "Diese entsprachen nur den europäischen Mindeststandards", so Marc Sander von der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind die Kreise verpflichtet, die in ihren Gebieten liegenden Teile des FFH-Gebietes "Lüneburger Heide" sowie des EU-Vogelschutzgebietes "Lüneburger Heide" als geschützte Teile von Natur- und Landschaft auszuweisen. Die bereits bestehende Naturschutzgebietsverordnung "Lüneburger Heide" wurde an die FFH-Richtlinie angepasst. Damit sollen die historisch gewachsene Heidekulturlandschaft und die angrenzenden Wälder erhalten, gefördert und wieder hergestellt werden.

FFH: Viele aufgeregte Landwirte

Die neue Verordnung ist für Land- und Forstwirte sowie Tierhalter in dem betroffenen Gebiet mit Einschränkungen und Auflagen verbunden. Den größten Widerstand gab es im Aller-Leine-Tal im Süden des Heidekreises. Allein hier gab es 1.700 Stellungnahmen und Einwendungen. Im Heide-Naturschutzgebiet lief das anders: Den Naturschutz ist man lange gewohnt, und nur wenige private Grundeigentümer sind betroffen. 72 Prozent der Flächen gehören der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide sowie Klosterforsten und Landesforsten.

"Grünland wurde jetzt in verschiedene Kategorien eingeteilt, was mit unterschiedlichen Pflege- und Nutzungsauflagen verbunden ist", berichtet Marc Sander. "Eichenwälder erhielten den höchsten Schutzstatus." Für die Bewirtschaftungseinschränkungen in FFH-Wäldern gebe es einen Erschwernisausgleich durch das Land Niedersachsen. Doch um diesen zu erhalten, sei ein gewaltiger Bürokratieaufwand erforderlich. Auch würden nicht alle Bewirtschaftungseinschränkungen kompensiert.

Eine positive Nachricht:

Zufrieden mit dem Schutzgebiets-Verfahren ist auch Willy Isermann, Kreislandwirt des Landkreises Harburg: "Viele Wünsche der Landwirte und Tierhalter wurden berücksichtigt. Die Douglasie und Mais können weiter angebaut werden; Wolfsschutzzäune dürfen auch mit Strom geladen werden. Der VNP war für uns ein guter Mitstreiter."

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