Das Erkundungsbergwerk Gorleben.
Ellen Hartmann | am

Harburg: Salzstock Bahlburg dient der Endlager-Suche

Im Landkreis Harburg soll der Salzstock Bahlburg der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bei der Datenerhebung zur Atommüll-Endlagersuche helfen. Drei weitere Gebiete in Deutschland werden untersucht. Das führt zu Diskussionen.

Um ein Atommüll-Endlager in Deutschland zu finden, analysiert die BGE derzeit Gesteinsformen in vier verschiedenen Gebieten. Sie sollen laut BGE bei der Ausarbeitung von "Methoden zur Eingrenzung der Standortauswahl" sowie entsprechenden Sicherheitskonzepten helfen.

Harburg wurde über Untersuchung nicht informiert

Der Landkreis Harburg jedoch sei nicht von der Untersuchung des Salzstocks Bahlburg informiert worden, so Sprecher Andres Wulfes. "Vereinbart mit der BGE sind nun ein Gespräch vor Ort mit dem Landrat und den Bürgermeistern von Salzhausen und Winsen." Der Salzstock bei Hamburg ist über 19 Quadratkilometer groß und bis zu 1.500 Meter tief. 

Gebiete liegen in fünf Bundesländern

"Wir sind noch ganz am Anfang der Standortauswahl", heißt es von einer BGE-Sprecherin. "Das heißt nicht, wenn man in dieser Region wohnt, dass man automatisch Endlagerstandort wird." Für Kommunen stehe man für Gespräche zur Verfügung, so die Sprecherin weiter. Die untersuchten Gebiete liegen in fünf Bundesländern, dabei handelt es sich neben Bahlburg um: ein Salzlager im Thüringer Becken, eine Ton-Formation in Baden-Württemberg und Bayern sowie um ein Kristallin-Gestein, welches in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen liegt.

Gorleben-Atomlager.jpg

Bis 2031 will Deutschland ein Endlager gefunden haben

Damit decken die genannten Regionen die Wirtsgesteine ab, in denen Atommüll gelagert werden könnte. Analysiert werden soll unter anderem die langfristige Stabilität des Gesteins und auch, ob es die Fähigkeit besitzt, hochradioaktives Material abzuschotten und zu binden. Hierfür müssen, laut BGE, geologische Daten ausgewertet werden. Bis 2022 will die BGE ein vorläufiges Konzept für ein Atommüll-Endlager vorlegen. Deutschland will bis 2031 einen endgültigen Standort für hochradioaktive Abfälle festlegen. Derzeit kommen deutschlandweit rund 90 Gebiete infrage. Dabei muss das Gebiet unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin (Granit) entstehen. Welcher Standort das deutsche Endlager wird, entscheidet letztendlich der Bundestag.

Mit Material von dpa
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