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Christa-Maria Brockmann | am

Harburg: Scharfer Schnitt für alte Obstbäume

Alte Obstbaumsorten sind jetzt wieder im Trend. Obstbauexperte Michael Ruhnau erklärt den Öschbergschnitt. Die LAND & FORST war mit dabei.

Auf so mancher Hofwiese und an älteren Wohnhäusern stehen noch hochstämmige Obstbäume. Auch umweltbewusste Gartenbesitzer pflanzen diese neu. Doch was muss man bei der Pflege beachten?

Der Verein Wassermühle Karoxbostel, Landkreis Harburg, hat dazu jetzt einen eintägigen Kurs in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen veranstaltet. Der bekannte Pomologe, Michael Ruhnau, erklärt den vielfach vergessenen Öschbergschnitt.

Unter "Öschbergschnitt" versteht man das Formen einer Obstbaumkrone, die viel Licht und Luft durchlässt. Der Schnitt legt die Grundlage für eine dauerhaft einfache Baumpflege und Ernte und kann sowohl bei jungen wie bei älteren Bäumen angewendet werden, erklärt Michael Ruhnau.

Wichtig ist, dass Astscheren sowie Sägen wirklich scharf sind.

 

Aufbau eines Kronengerüsts

Garten-Baumschnittkurs-Brockmann-Schnittdarstellung

Im Vordergrund beim Obstbau steht in den ersten Jahren nicht der Fruchtertrag, sondern ein zügiger Aufbau eines breiten Kronengerüstes. Für die Streuobstwiese hat sich die sogenannte Pyramidenkrone bewährt.

Dazu ist in den Anfangsjahren ein jährlicher Schnitt erforderlich. Wenn dieser unterbleibt, kommen zwar schneller Früchte, die Bäume kümmern jedoch im Wachstum und vergreisen vorzeitig.

Wurzel nicht überfordern

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Besonders wichtig ist der Schnitt bei den Neuanpflanzungen, denn dabei wird das Grundgerüst angelegt. Um die zunächst noch schwache Wurzel nicht zu überfordern, wird ein Trieb in der Mitte als Hauptstamm ausgewählt. Drei bis vier nicht zu steile Triebe werden zu Hauptästen bestimmt. Überzählige Triebe sind zu entfernen. Die verbliebenen Triebe werden um circa die Hälfte ungefähr auf gleiche Höhe gekürzt.

Auf Hauptäste achten

„Es ist wichtig, dass sich gleich starke und kräftige Hauptäste bilden“, informiert Ruhnau. „Dafür werden diese jedes Jahr zurückgeschnitten und Konkurrenzäste entfernt. Durch den Rückschnitt werden die Äste gekräftigt und bilden viele Verzweigungen. Die Bäume brauchen nicht mehr regelmäßig geschnitten werden, wenn die Äste stark genug sind, um die Fruchtlast zu tragen.“

Sind die Obstbäume schon zehn bis zwanzig Jahre alt, erfolgt bei Bedarf der Auslichtungsschnitt. Alle paar Jahre werden einige starke Äste herausgenommen, damit junge nachwachsen können.

Schnitt bei Saftruhe

Noch in dieser Phase können auch bereits ausgewachsene Bäume auf das Öschbergsystem umgestellt werden.

Die beste Zeit für den Schnitt ist ein milder Tag zwischen Januar und März, weil sich der Baum dann in Saftruhe befindet. Da keine Blätter die Sicht auf die Baumkrone behindern, lässt sich die Fehlbildung schnell erkennen. Nach dem Ausdünnen konzentriert der Baum seine ganze Energie auf den Austrieb der verbliebenen Knospen und Blüten.

Bis zur ersten Ernte ist Geduld erforderlich. Die Ertragsphase bei den hochstämmigen Obstbäumen beginnt in der Regel ab dem 7. bis 12. Jahr und erreicht ihren Höhepunkt oft erst im Alter von 30 bis 50 Jahren.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der LAND & FORST, Ausgabe 09/2020.

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