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Christa-Maria Brockmann | am

Harburg: Tüftler machen alte Eisenbahnen fit

Ehrenamtliche hauchen historischen Fahrzeugen im Freilichtmuseum am Kiekeberg neues Leben ein. Die Truppe um "Dr. Trecker" braucht dafür vor allem Geduld.

Erst heißt es schrauben, tüfteln und ölen – wenn es dann rattert und dampft, sind alle rundherum glücklich. Die 14 ehrenamtlichen Mitglieder der Technik-AG treffen sich regelmäßig im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf. Mit Schraubenzieher, Schweißbrenner und Rohrzange bringen sie die alten Trecker und Landmaschinen wieder in Gang. Die Gruppe hat sich im Jahr 2015 gebildet, um mehr alte Fahrzeuge aus dem Fundus zu zeigen und vorzuführen. Seitdem bringt AG-Leiter Holger Hink, den alle nur "Dr. Trecker" nennen, zusammen mit seinen Männern die Fahrzeuge wieder auf Vordermann: Vom Tempo-Dreirad und Sambron-Muldenkipper über den Seilbagger bis zum Ritscher-Trecker und Lanz Bulldog.

Hier rattert‘s und dampft‘s

Auch die Henschel-Dampflokomobile aus dem Jahr 1924 ist wieder funktionsfähig. Beim Aktionswochenende unter dem Motto „Landwirtschaft im Wandel“ trieb sie zur Freude der Besucher die Dreschmaschine an. Zunächst war aber Heizen angesagt. Dafür lag ein großer Holzstapel bereit. "Besonders schön ist es, wenn sich dann die großen roten Räder drehen und die Dampfpfeife ertönt. Da geht mir das Herz auf", sagt der gelernte Diplom-Ingenieur Schmidt (71). Er ist bereits seit 25 Jahren Mitglied im Kiekeberg-Förderverein.

Geschicktes Händchen

Der Andrang auf die AG ist groß, inzwischen gibt es eine lange Warteliste. Technische Vorbildungen seien nicht erforderlich, meint Hink. Wichtig sei aber ein geschicktes Händchen. Man nehme alles auseinander, reinige und öle es und setze es dann wieder zusammen, das könne jeder lernen. 

"Ich bin hier zwar der Leiter, verstehe mich aber nicht unbedingt als Chef", betont Holger Hink. "Wir machen alles gemeinsam." Als ausgebildeter Kfz-Mechaniker bringt er beste Voraussetzungen mit. Schon als Jugendlicher hatte er begeistert an Mopeds und Fahrzeugen herumgeschraubt. "In meinen Adern fließt Diesel", lacht der Mann, der 1973 in Stade geboren wurde. Er hatte unter anderem eine Metallwerkstatt in einer Suchteinrichtung geleitet. Vor sechs Jahren kam Holger Hink dann als Metallrestaurator und Werkstattleiter zum Kiekeberg.

Vor allem Senioren als Ehrenamtliche

Bis auf zwei Männer besteht die Technik-AG aus Rentnern. Die Senioren seien heute sehr aktiv und suchten nach einer Beschäftigung, weiß Hink. Am Kiekeberg eint sie die Liebe zu alten Fahrzeugen und Motoren. Geht nicht, gibt`s nicht. "Das kriegen wir schon wieder hin", lautet die Devise. Die Ehrenamtlichen haben Spaß daran – das Museum und die Besucher profitieren davon.

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