Die Innenstadt von Lüneburg.
Ellen Hartmann | am

Wenn die Innenstädte ums Überleben kämpfen

Die Geschäfte in vielen niedersächsischen Innenstädten bangen wegen der Corona-Pandemie um ihre Existenz. In Lüneburg stehen momentan vor vielen Läden gelbe Leitern. Sie sollen auf die Lage der Händler aufmerksam machen. Die Aktion macht Mut.

Vor vielen Geschäften in Lüneburg stehen sie schon, die gelben Leitern. Ausgedacht hat sich die Aktion Ralf Elfers: "Die Idee hat einen Nerv getroffen, wir wollen die kleinen Geschäfte am Leben erhalten." Mit 100 Leitern will er etwas Gelb in den Pandemiealltag bringen. Und die Idee kommt an, weitere 100 sind bereits bestellt.

Fröhlichkeit in die Stadt bringen

Elfers war es wichtig, dass seine Aktion keine Kosten für die inhabergeführten Geschäfte verursacht. Holz- und Malerarbeiten werden nämlich von Fachleuten finanziert. Wer von den Geschäftsleuten dennoch möchte und kann, darf eine Spende an die Corona-Künstler-Hilfe abgeben. Mittlerweile sind so schon 4.000 Euro zusammengekommen. "Ich wollte das Fröhliche in die Stadt bringen, so etwas Ähnliches habe ich in Kopenhagen gesehen", berichtet Elfers. "Wir müssen den Lüneburgern sagen, wie stark diese Stadt ist."

Initiator ist selbst betroffen

Auch Ralf Elfers ist direkt von der Pandemie betroffen. In mehreren kleinen Städten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein betreibt er ein Familienunternehmen: 20 Modeläden. Deshalb ist ihm die Aktion wichtig, die noch bis August in Lüneburg laufen soll. Neben den gelben Leitern sollen auch gelbe Stühle für die Gastronomie die Innenstadt erstrahlen lassen. "Das Nächste sind gelbe Vorhänge für die Kultur", sagt der 62-Jährige. "Zuerst war es ein Ehrenamt, aber wegen des großen Interesses ist es schon ein Vollzeitjob geworden." 

Auch andere Städte wollen gelbe Leitern

Die Anerkennung für das Projekt ist groß, auch andere Städte in Niedersachsen wollen mitmachen. "Das ist ein Eyecatcher", so Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Es geht darum, das Auge der Menschen vor Ort darauf zu richten, den Einzelhandel zu stärken." Noch immer fehle Krack die Perspektive von der Landesregierung. Zudem endet schon zum 30. April die Insolvenzantragsaussetzung. Der Handelsverband rechnet mit vielen Betroffenen.  

Mit Material von dpa
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