Abfüllanlage Apollinaris

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Christel Grommel | am

Lüneburg: Coca-Cola gibt Antrag für dritten Brunnen auf

Der Streit um den dritten Trinkwasserbrunnen, den Coca-Cola in Lüneburg wollte, ist nun zu Ende: Der Konzern verzichtet auf den Antrag.

Jahrelang ging der Streit, doch nun hat sich Coca-Cola von den Plänen verabschiedet. Der Grund ist die sinkende Nachfrage.

Über sein Tochterunternehmen Apollinaris hatte der Konzern lange an dem Vorhaben gearbeitet, einen dritten Trinkwasserbrunnen im Landkreis Lüneburg zu bohren, aus dem jährlich bis zu 350 Millionen Liter Wasser aus 195 Metern Tiefe gefördert werden sollten. Anfang 2021 gab es dafür bereits Testbohrungen. 

Das hatte Proteste der Bevölkerung nach sich gezogen, immer wieder gab es Kritik und Protestaktionen. Im Januar 2021 war ein für einen Pumpversuch vorgesehenes Rohr mit Beton und Unrat verschlossen worden. Im März hatten Aktivisten der Gruppierung Extinction Rebellion Eingänge des Coca-Cola-Standortes in Lüneburg besetzt.

Lies: Streit ist Vorgeschmack auf künftige Wasserkonflikte

Die Brunnen-Kritiker hatten Sorge, dass die Trinkwasserressourcen durch das Projekt zu stark beansprucht würden. Die Landtagsfraktion der Grünen wertete das vorläufige Aus für den Brunnen als Erfolg: "Trinkwasser ist ein begrenztes Gut, deshalb muss das Wassermanagement landesweit nachhaltig ausgerichtet werden", teilte die Fraktion mit. Auch die Lüneburger Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) begrüßte die Entscheidung. Coca-Cola stehe zu seinem Wort, kein Wasser fördern zu wollen, welches das Unternehmen nicht benötigt, sagte sie.

Umweltminister Lies sieht in dem jahrelangen Streit einen Vorgeschmack auf die Zukunft. "Die mitunter sehr emotionale Diskussion um diese Genehmigung hat einen Vorgeschmack darauf gegeben, welche Debatten wir angesichts der Folgen des Klimawandels um unser kostbares Gut Wasser noch führen werden. Die Sommer werden trockener und heißer, der Wasserbedarf wird steigen." Die Politik sei dann gefordert, diese Konflikte zu moderieren. 

Lies sieht auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort als Grund für die Entscheidung des Konzerns, auf den dritten Brunnen zu verzichten.

Mit Material von MU, dpa
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