Kloster Lüne Außenansicht
Christel Grommel | am

Lüneburg: Im Kloster Lüne ist es an Weihnachten nicht einsam

Weihnachten ist dieses Jahr anders - große Gottesdienste und Feiern sind nicht erlaubt. Im Kloster Lüne hat man es aber nicht zu ruhig und einsam werden lassen.

Im Kloster Lüne ist es still - aber nicht ganz still. Priorin Charlotte Pattenden und Äbtissin Reinhild Freifrau von der Goltz sind sich einig: Im Corona-Ausnahmejahr 2020 darf Weihnachten auch im Kloster nicht zu ruhig werden. 

Deshalb hatte man sich hier etwas Besonderes einfallen lassen, um an Heiligabend Gottesdienste feiern zu können. Im weitläufigen Innenhof des Klosters gab es daher einfach nicht einen, sondern sieben Gottesdienste. Maximal 150 Menschen durften 30 Minuten lang dabei sein. Auf das Krippenspiel und das Musical wurde aber verzichtet. 

"Die Kirchengemeinde Lüne hat eine logistische Meisterleistung bei dem Hygienekonzept erbracht", erzählt Pattenden. Bis zu drei Menschen durften an festen Punkten stehenbleiben, mit Sternen markiert. Die zehn Bewohnerinnen des Klosters schwangen per Hand die Glocken an Seilen im sogenannten erhöhten Nonnenchor in der Kirche, in zwei Generalproben wurde das Konzept getestet.

Auch im Kloster kam Corona an

Im Frühjahr war das Klostergelände ganz geschlossen, von Juli bis Oktober konnten Besucher nachmittags bei einem Rundgang die historischen Räume im Erdgeschoss des Klosters besichtigen. Standesamtliche Trauungen mit begrenzter Gästezahl waren weiterhin erlaubt.

Im Oktober traf es dann auch eine Bewohnerin, und auch noch die älteste mit 97 Jahren. Als sie in eine Residenz wechselte, erkrankte sie, ein Teil der im Kloster lebenden musste in Quarantäne. Die Seniorin ließ sich aber nicht vom Virus unterkriegen: "Sie hat Corona mit links abgesessen, nur einen Tag mit erhöhter Temperatur gehabt", erzählt die Äbtissin. 

Das Jubiläum soll gefeiert werden

"Wir passen aufeinander auf, das ist ein großer Vorteil. Es ist eine tolle Lebensform, die Raum gibt für Einiges", berichtet die 72 Jahre alte Witwe. "Wir sind viel mehr als nur Nachbarn, wir haben uns darauf eingelassen, einen ganz wichtigen Lebensabschnitt gemeinsam zu gehen." Priorin Pattenden bestätigt: "Einsam ist man nie."

Lüne ist ein evangelisches Kloster mit Konventualinnen, keinen katholischen Nonnen, die ein Gelübde abgelegt hätten. Bis ins 20. Jahrhundert blieb das Kloster Lüne eine standesgemäße Einrichtung für unverheiratete Adelstöchter, die Zeiten haben sich geändert, aus der einst katholischen Einrichtung mit bis zu 80 Nonnen ist eine fast moderne Lebensform geworden.

2022 ist das 850. Jubiläum des Klosters - das soll richtig gefeiert werden. 

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