Olaf Lies besucht Dauerausstellung Wolfsabweisende Zäune
Christel Grommel | am

Lüneburg: Wie müssen wolfsabweisende Zäune aussehen?

Der Wolf hat sich in Niedersachsen stark ausgebreitet und wird für viele Weidetierhalter zum Problem. In Echem gibt es im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum eine Dauerausstellung über wolfsabweisende Zäune.

Wie sieht eigentlich ein wolfsabweisender Zaun für Pferde aus? Wie funktioniert das mit der Elektrifizierung von Elektrozäunen? Das können sich Tierhalterinnen und Tierhalter im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) anschauen. 

Hier können Halter ganz praktisch sehen, wie welche Tiere vor Wolfsübergriffen geschützt werden können: Acht Zaunreihen repräsentieren für die Weidetierarten Schaf, Ziege, Gehegewild, Rind und Pferde mechanisch abweisende sowie auch elektrifizierbare Zaunabschnitte.

Im Rahmen seiner Sommertour stattete Umweltminister Olaf Lies der Ausstellung einen Besuch ab. 

Zaunbaulösungen werden anschaulich gezeigt

Olaf Lies und Elke Steinbach an einem Pferdezaun

Mit zunehmender Ausbreitung des Wolfs ist auch eine wolfsabweisende Einzäunung nötig geworden. Es muss investiert werden, und das in einem kurzen Zeitraum. Anfang 2020 hat die LWK im Auftrag des Umweltministeriums die Aufgabe der Herdenschutzberatung übernommen.

Alle errichteten Zaunabschnitte und Weidetore der Dauerausstellung entsprechen den Vorgaben der Richtlinie Wolf. Gemäß dieser Richtlinie können alle Halter kleiner Wiederkäuer und auch von Wolfsübergriffen betroffene Rinder- und Pferdehalter Fördermittel als Präventivmaßnahme zur Errichtung einer wolfsabweisenden Einzäunung beantragen. Im vergangenen Jahr gingen 581 Präventionsanträge bei der Kammer ein, für 2021 liegen bislang 361 Präventionsanträge vor.

Wichtiger Aspekt der Zaunausstellung ist, dass sie sowohl Möglichkeiten für die Errichtung neuer Zäune, aber auch für die Aufrüstung bestehender Zäune aufzeigt. In Echem wird beispielsweise gezeigt, wie ein Pferdezaun - der aufwendig und teuer ist - umgestaltet werden kann. Unterschiedliche technische Zaunbaulösungen werden sehr anschaulich gezeigt, immer mit Credo "minimaler Einsatz bei bestmöglichem Herdenschutz".

Wolfsabweisende Zäune bringen auch Probleme

Ein Kritikpunkt, der bei niedersächsischen Tierhaltern immer wieder aufkommt, ist die reine Sachförderung. Unterhaltskosten werden nicht gezahlt, wie es beispielsweise in Sachsen-Anhalt der Fall ist. Dort werden sowohl der Unterhalt für Elektrozäune als auch für zertifizierte Herdenschutzhunde unterstützt. Umweltminister Olaf Lies signalisierte, dass zeitnah geplant sei, Gespräche mit der LWK aufzunehmen, um Kriterien auszuloten, nach denen die Unterhaltskosten auch in Niedersachsen gefördert werden könnten.

Auch andere Probleme ergeben sich bei einer wolfsabweisenden Einzäunung. Bei einem Draht- oder Litzenzaun ist es sehr schwierig, die unterste Zaunhöhe (20 cm) vom Bewuchs freizuschneiden. Aktuell gebe es keine Technik, die den Anforderungen der neuen Zäunung gerecht werde, so Herdenschutz-Koordinatorin Elke Steinbach. Um die Koexistenz mit dem Wolf zu ermöglichen, müsse auch auf technischer Ebene entwickelt werden.

Weitere Informationen zum Thema Herdenschutzzäune

Weidetierhalter, die einen Besichtigungstermin vereinbaren möchten und Fragen haben, können sich bei LWK-Herdenschutz-Expertin Elke Steinbach melden. 

Bei der LWK können auch Anträge auf Präventionsmaßnahmen gestellt werden. 

Welche Anforderungen wolfsabweisende Zäune für Rind, Pferd, Schaf/Ziege und Gatterwild erfüllen müssen, lesen Sie in den Merkblättern der LWK. In diesen erhalten Tierhalter einen komprimierten Überblick. 

Mit Material von LWK Niedersachsen
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