Wolf läuft über Wiese - Abschuss im Landkreis Lüneburg

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Christel Grommel | am

Lüneburg: Wolf abgeschossen

Ein Wolf ist im Landkreis Lüneburg abgeschossen worden. Das teilte das Niedersächsische Umweltministerium am Montag (10. Januar) mit.

Das Tier wurde in der Nacht zum 8. Januar getötet. Für die Entnahme lag eine aktuell geltende Ausnahmegenehmigung vor. Das weibliche, vermutlich 1-2 Jahre alte Tier wurde innerhalb des Territoriums geschossen. 

Dem Standardprozedere folgend wurde der Kadaver routinemäßig vom NLWKN geborgen. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs mittels Gewebeprobe ist eingeleitet.

Die Genehmigung ist auf fest definierte Teile des Kernterritoriums des Rudels Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg / Gemeinde Amt Neuhaus beschränkt. Zur Entnahme freigegeben ist die Fähe GW 872f und der Rüde GW 1532m. Die Ausnahmegenehmigung ist zeitlich befristet bis zum 31.03.2022.

Der Vollzug wurde aufgrund der erfolgten Entnahme zwar zunächst ausgesetzt, kann aber unmittelbar wieder aufgenommen werden. Denn bei der entnommenen Fähe handelt es sich augenscheinlich um ein ca. 1-2 Jahre altes Tier und nicht um die mindestens 7-jährige GW 872f.

Immer wieder Risse seit vier Jahren

Seit 2017 war es im Territorium des Rudels Amt Neuhaus vermehrt zu Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere gekommen, bei denen auch immer wieder der zumutbare Herdenschutz überwunden wurde. Dabei haben Wölfe vornehmlich Schafe erbeutet, wobei der zumutbare Herdenschutz mehrfach überwunden wurde. Im Gebiet des Rudels Amt Neuhaus werden mehrere unterschiedliche Herdenschutzmaßnahmen (Herdenschutztiere, olfaktorische Vergrämung etc.) eingesetzt, die zu keiner nachhaltigen Verbesserung der Lage führten.

Daher wurde am 29. November 2021 durch den NLWKN eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der beiden Wölfe erteilt. 

Der Gesamtschaden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auf GW872f und GW1532m zurückgeht, belief sich im Jahr 2020 auf ca. 2.785 Euro. Hinzu kommen weitere Schäden in Höhe von min. 3.000 Euro durch eine Reihe weiterer Rissvorfälle im Territorium des Rudels Amt Neuhaus.

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Grüne kritisieren Wolfstötung

Die Grünen im Landtag haben die vom niedersächsischen Umweltministerium angeordnete Tötung eines Wolfes im Landkreis Lüneburg scharf kritisiert. "Die tote Wölfin in Amt Neuhaus ist der fünfte Fehlabschuss in Folge", sagte der naturschutzpolitische Sprecher Christian Meyer am Dienstag. "Wir fordern ein sofortiges Moratorium für die irrlichternde Wolfsjagd von Umweltminister Lies." Erneut sei keiner der beiden gesuchten Problemwölfe getötet worden, sondern eine Jungwölfin, die nicht an Nutztierrissen beteiligt gewesen sei.

Der Umgang der Landesregierung mit den streng geschützten Wölfen wird auch vom Naturschutzverband Nabu Niedersachsen kritisiert, der kürzlich gemeinsam mit zwei anderen Organisationen beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg Klage gegen die niedersächsische Wolfsverordnung eingereicht hat.

Mit Material von MU, dpa
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