Wolf_Niedersachsen

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Christel Grommel | am

Lüneburg: Zweiter Wolf abgeschossen

In der Nacht zum 1. Februar wurde mit einer Ausnahmegenehmigung ein zweiter Wolf aus dem Rudel Amt Neuhaus getötet.

Es handelt sich damit nach dem Abschuss eines weiblichen Tieres am 8. Januar um die zweite Entnahme im Territorium des Rudels Amt Neuhaus. Trotz des Abschusses kam es zu wiederholten Rissen, zuletzt am 26. sowie am 30. Januar, sodass die Ausnahmegenehmigung im Territorium des Rudels Amt Neuhaus aktiv blieb.

Der Kadaver wurde routinemäßig vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geborgen. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfs mittels Gewebeprobe ist eingeleitet. Die Genehmigung ist beschränkt auf fest definierte Teile des Kernterritoriums des Rudels Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg/Gemeinde Amt Neuhaus. Zur Entnahme freigegeben ist die Fähe GW 872f und der Rüde GW 1532m. Die Ausnahmegenehmigung ist zeitlich befristet bis zum 31.03.2022.

Risse seit 2017

Schon seit fünf Jahren kam es im Amt Neuhaus vermehrt zu Wolfsrissen an Nutztieren, trotz Herdenschutz. Hauptsächlich handelte es sich um Schafe. Im Gebiet des Rudels werden unterschiedliche Herdenschutzmaßnahmen wie Herdenschutztiere, olfaktorische Vergrämung etc. eingesetzt. Diese führen aber zu keiner Verbesserung der Lage.

Der Gesamtschaden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auf GW872f und GW1532m zurückgeht, belief sich im Jahr 2020 auf ca. 2.785 Euro. Hinzu kommen weitere Schäden in Höhe von mindestens 3.000 Euro durch eine Reihe weiterer Rissvorfälle im Territorium. Am 29.11.2021 wurde daher durch den NLWKN eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme der beiden Wölfe erteilt.

Kritik am Abschuss von den Grünen

Der zweite Abschuss löste Kritik bei den Grünen aus. Diese bemängelten im niedersächsischen Landtag fehlende Transparenz. 

"Zur Entnahme von Problemwölfen stehen wir, wenn sie auch wirklich welche sind", sagte Christian Meyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen.

"Daher wollen wir auch die jeweilige Begründung der Abschussgenehmigung wissen." Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg habe schon zwei Abschussgenehmigungen von Umweltminister Olaf Lies als "teilweise rechtswidrig" und zu weitgehend einkassiert, so Meyer.

Mit Material von dpa, MU

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