Windrad im Wald.
Ellen Hartmann | am

Niedersachsens Wälder für Windenergie nutzen?

In Niedersachsen könnten Windenergieanlagen demnächst auch in Waldgebieten gebaut werden. Das hat jetzt eine Analyse des Landesverbandes Erneuerbare Energien Niedersachsen-Bremen (LEE) ergeben.

"Wir haben das Potenzial, Klimaschutz voranzutreiben", so Bärbel Heidebroek, Vorsitzende des LEE. Allerdings stellte die Expertin auch auch klar: Dabei gehe es um Nutzforsten und nicht um Mischwald oder Schutzgebiete. Für die Analyse beauftragte der LEE das Unternehmen Nefino GmbH. 

Olaf Lies nicht abgeneigt

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies zeigte sich für die Idee grundsätzlich offen. Wald und Wind sollten seiner Meinung nach nicht in Konkurrenz stehen, sondern eine "gegenseitige Ergänzung beim Klimaschutz sein". Lies mahnt jedoch auch an, Natur- und Artenschutzregeln nicht zu vergessen. "Niemand muss Angst davor haben, dass gesunder Wald zerstört wird", stellt Heidebroek klar. "Wenn Windkraftanlagen errichtet werden, dann in den Nutzforsten, deren Ökosystem durch Windbruch und Borkenkäferplage momentan stark beeinträchtigt sind. Auch ist nicht von einer signifikanten Schädigung der Vogelpopulation auszugehen."

Mindestens 2,1 Prozent der Landesfläche nötig

Schön länger gibt es einen Konflikt zwischen dem klimapolitisch notwendigen Ausbau der Windenergieanlagen sowie dem Repowering alter Windräder und den Einwänden von Natur- und Umweltschützern. "Wir brauchen mindestens 2,1 Prozent der Landesfläche ab 2030 für die Windenergie, um die Klimaschutzziele zu schaffen", so Bärbel Heidebroek weiter.

Wind im niedersächsischen Forst

Laut der Analyse des LEE hat Niedersachsen einen Waldflächenanteil von 24,1 Prozent. Zudem seien – ohne den Einschluss von Schutzgebieten - rund 3,7 Prozent der niedersächsischen Landesfläche "behutsam" nutzbar, wenn Siedlungen mindestens 800 Meter und freistehende Häuser mindestens 500 Meter entfernt seien. So könne die Fläche auf 2,4 oder 2,5 Prozent ausgedehnt werden. Die größten Zubaupotenziale hätten besonders die Landkreise Celle, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen.

Mit Material von dpa und LEE
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