Podiumsdiskussion mit Land schafft Verbindung
Christel Grommel | am

Ottersberg: LSV diskutiert über Düngeverordnung

In der Tennishalle Ottersberg flogen nicht die Bälle, sondern die Argumente hin und her. "Land schafft Verbindung" hatte zur Podiumsdiskussion bezüglich der Düngeverordnung eingeladen, der viele Teilnehmer gefolgt waren.

Die Halle im Kreis Verden war sehr gut gefüllt, kein Sitzplatz blieb frei. Die Landwirte waren gespannt auf die Antworten des CDU-Kreisvorsitzenden Mohr und der CDU-Landtagsabgeordneten Miesner, Holsten und Mohrmann. 

Mohrmann informierte als Mitglied des Agrarausschusses im Landtag über die aktuelle Rechtslage zur Düngeverordnung. Weil diese ein Ergebnis eines EuGH-Urteils sei, führe einfach kein Weg an der Novelle der Düngeverordnung vorbei. Es gehe nun um eine möglichst günstige Ausgestaltung dieser Novelle, die aber dennoch die Nitratbelastung des Grundwassers reduziere. 

Damit erteilte Mohrmann direkt denjenigen, die in Wortbeiträgen eine komplette Abschaffung der Düngenovelle forderten, eine Absage. Auch von Strafzahlungen, die Zeit bringen sollen, hielt Mohrmann nichts. Diese seien nicht zielführend, da so erhebliche Restriktionen für die Landwirtschaft drohten. 

Die Novelle muss bis März 2020 umgesetzt werden.

Lösungsansätze von Mohrmann

Mohrmann kritisierte frühere Entscheidungsträger der Politik, auch den Umgang mit Messstellen: "Es hat sich zu lange keiner darum gekümmert. Das Messnetz ist Zuständigkeit der Länder und muss dringend bundeseinheitlich ertüchtigt werden.“ 

Als Lösungsansatz zeigte er das neue System ENNI zum Nährstoffvergleich und Analyse von Nährstoffströmen.

Zudem sei eine weitere Binnendifferenzierung der Grundwasserteilkörper ein sinnvolles Mittel, um die roten Gebiete weiter zu verkleinern. Auch beim Grünland wolle sich Mohrmann für eine Lösung einsetzen.

Kritik seitens der Landwirte

Kritik regte sich an der Vorgehensweise der Politik. Die Landwirte hätten das Gefühl, den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen. Auch der Beschluss von Erlässen bei unzureichender Faktenkenntnis wurde kritisiert: „Erlässe und Verordnungen erlasse ich, wenn alle Fakten klar sind. Hier war aber noch alles unklar. Aufgabe der Politik ist es, vom Ende her zu denken und kein Nachbessern im Anschluss anzustreben.“

Die Landwirte forderten einen Dialog zwischen Landwirten und der Gesellschaft. Die immer größere Kritik an ihrem Berufsstand mache dies unbedingt notwendig. 

"Wir fahren irgendwann mit dem Trecker noch nach Brüssel", verlieh Gieschen seinem Unmut Ausdruck, als es um kommende Verordnungen ging. Ammoniakrichtlinie und steigender Aufwand durch Dokumentationspflicht kamen als entsprechende Punkte in der Diskussion auf. 

Mit Material von Henning Leeske
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