Wolf steht auf einer Wiese
Christel Grommel | am

Rechtssichere Entnahme von Problemwölfen bestätigt

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg ist mit seinem jüngsten Beschluss zur Tötung von Wölfen in fast allen Punkten dem Niedersächsischen Umweltministerium gefolgt.

Olaf Lies äußerte sich dazu: "Das Gericht bestätigt damit abermals unsere Marschroute. Wölfe, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden, müssen nicht geduldet werden. Weidetierhalter müssen ihre Tiere schützen, aber sie müssen sich nicht auf einen von Wolfsschützern geforderten Rüstungswettlauf einlassen. Das Oberverwaltungsgericht hat also bereits zum zweiten Mal festgestellt: Eine rechtssichere Entnahme von Problemwölfen ist in begründeten Einzelfällen möglich und richtig."

Es ging konkret um die Frage, ob beim Abschuss auf eine zweifelsfreie Individualisierung des Wolfes verzichtet werden darf, wenn der für Risse verantwortliche Wolf bekannt ist, seine optischen Merkmale - die ihn vom Rest des Rudels unterscheiden - aber nicht. Der Naturschutzbund (Nabu) vertrat die Auffassung, dass dies sichergestellt sein müsse. Zudem forderte der Nabu eine zehn- bis zwölfmonatige Schonzeit zum Elternschutz der Wölfe. Beides wurde vom Gericht nicht bestätigt. 

 

Erhöhung der Zäune nicht grundsätzlich nötig

Zudem stellte das Gericht fest, dass eine Tötung einzelner Wölfe nicht den Bestand gefährdet, da die Population derzeit jährlich um durchschnittlich ein Drittel wächst. Das Gericht ist dem Nabu aber insofern gefolgt, dass eine sukzessive Entnahme - also das Töten von weiteren Wölfen bis zum Ausbleiben von Schäden - in diesem konkreten Fall nur erlaubt ist, wenn der Zeitraum zwischen Rissen und Abschüssen im Genehmigungsbescheid konkreter bestimmt und besser begründet wird.

Darüber hinaus hat das Gericht entschieden, dass eine Erhöhung der Einzäunung nicht grundsätzlich erforderlich ist. Auch die Anschaffung von Herdenschutzhunden wird vom Gericht nicht als geeignete Alternative zum Abschuss betrachtet. 

Die Ausnahmegenehmigung gilt noch bis Ende Juni. Sollte es zu weiteren Vorfällen kommen, würde unverzüglich eine neue Ausnahme geprüft und auf den Weg gebracht. 

Mit einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung hatte der Landkreis Uelzen auf Weisung des Niedersächsischen Umweltministeriums den Abschuss je eines bestimmten Wolfes aus zwei Rudeln im Landkreis Uelzen genehmigt. Unter anderem der Nabu Niedersachsen hatte dagegen Widerspruch eingelegt.

Mit Material von MU Niedersachsen

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