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Johanna Ritter | am

Rotenburg: Kamelfarm mit Exoten

Seit zwanzig Jahren betreibt das Ehepaar Marquard im Landkreis Rotenburg eine Kamelfarm mit Dromedaren, Trampeltieren und Tulus. Außerdem verkaufen sie pasteurisierte Kamelmilch europaweit - als einziger Betrieb Deutschlands.

Für einen Kamelritt bedarf es nicht unbedingt einer Reise bis in die Wüstengebiete von Ägypten oder Arabien. Um auf Tuchfühlung mit solch einem Wüstenschiff zu gehen, bietet sich ebenso ein Ausflug nach Hiddingen im Landkreis Rotenburg an – auf die Kamelfarm von Beke und Andreas Marquard. Dort sind die exotischen Lasttiere ebenfalls zu finden.

Von einer Stute zu 60 Tieren

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Bereits seit zwanzig Jahren betreibt das Ehepaar ihre Kamelfarm am Rande des Naherholungsgebiets Lüneburger Heide. Den Beginn machte Kamelstute Tamara im Jahr 1992. "Mit ihr fing alles an. Doch haben wir damals noch nicht daran gedacht, Kamele zu züchten. Das hat sich erst im Laufe der Zeit ergeben", sagt Beke Marquard, die wie ihr Ehemann Andreas in Teilzeit in der Vermessungstechnik tätig ist. Die Kamelfarm bewirtschaftet das Ehepaar im Nebenerwerb. 

Mittlerweile besteht die Zucht aus sechzig Tieren, drei unterschiedlicher Kamelarten. Dromedare, Trampeltiere und Tulus. Alle drei Arten werden in Hiddingen im Offenstall und auf weitläufigen Weiden gehalten. Das Dromedar, das zur Gattung der einhöckerigen Kamele gehört und ehemals in den arabischen Ländern beheimatet war. Als zweihöckeriges Kamel das Trampeltier, das ursprünglich aus der Mongolei, Kasachstan und China stammt. Außerdem die Kreuzung aus beiden, das Tulu, welches einen einzigen großen Höcker aufweist.

Ausritte auf den gelassenen Tieren

Insbesondere die Gemütsruhe und Gelassenheit zeichnet diese freundlichen Tiere aus. Um an dieser Erfahrung auch andere Menschen teilhaben zu lassen, werden auf der Farm Besichtigungen für Personengruppen nach Voranmeldung angeboten.

Vor allem Schnupperritte und einstündige Ausritte in die Umgebung versprechen ein eindrucksvolles Ereignis zu werden. Dabei stehen gleichermaßen sowohl der Spaß, als auch der Blick in die Natur aus schaukelnder Höhe im Vordergrund. Zudem sind die gemütlichen Trampeltiere der Marquards auch im Fotoshooting erprobt und setzen gern auf Wunsch ihre Höcker in Szene.

Auf der Hiddinger Farm werden das Erlebnis und der Genuss regionaler Produkte miteinander kombiniert. Am 1. April öffnet auch wieder der Tierpark. "Wegen Corona waren wir ab dem Frühjahr in der vergangenen Saison ausgebucht", erzählt Beke Marquard. Die Reitausflüge seien bei den inländischen Urlaubern besonders beliebt.

Kamelmilch wird immer beliebter

In arabischen Ländern wird die Kamelmilch - hier ein exotisches Nischenprodukt - schon lange geschätzt. Mit der EU-weiten Zulassung ihrer Kamelmilch Ende vergangenen Jahres hat sich der Absatz für die Familie Marquard gesteigert. 

"Wir dürfen jetzt versenden und damit ist unsere Vermarktung um 500 Prozent gestiegen", sagt Beke Marquard. Die Stammkunden kommen aus Schweden, Österreich und Ungarn. Verschickte Milch muss pasteurisiert sein, das Ehepaar wendet ein schonendes Verfahren bei 72 Grad für eine Minute an.

Der Liter kostet elf Euro, der Geschmack ist der Kuhmilch ähnlich, soll aber laut Studien einen höheren Vitamingehalt haben. Nachgesagt wird der besonderen Flüssigkeit - ursprünglich ein Beduinengetränk - wegen seiner Inhaltsstoffe ein positiver Einfluss auf Krebszellen, Allergien und Diabetes-Erkrankungen. Sie enthält weniger Fett und ist für Menschen mit Laktoseintoleranz angeblich besser verträglich.

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