Eine Frau fotografiert einen Baum.
Ellen Hartmann | am

Schon versucht? Die Natur per App entdecken

In den letzten Monaten haben viele Niedersachsen das Spazierengehen für sich entdeckt. Aber was wächst da am Wanderweg und was zwitschert da? Es gibt viele Apps, die beim Erkennen helfen und dafür brauchen Sie nur Ihr Smartphone.

Unter anderem zählt auch das Projekt "Flora Incognita", welches durch das Bundesumweltministerium unterstützt wird, zu den Apps, die es ermöglichen, verschiedene Arten mit dem Smartphone zu erkennen. Das Projekt nutzt Künstliche Intelligenz zur Pflanzenbestimmung – ähnlich wie die automatische Gesichtserkennung. Insgesamt hat das Bundesministerium bereits 14 verschiedene Apps zum Naturerleben mit rund 4,8 Millionen Euro gefördert.

Biotope mit der App kartieren

Neben der Vogelwelt-App, ist auch die Nabu App unter den Nutzern beliebt. Nabu-Sprecherin Silvia Teich: "Als neues Feature kann man sich Vögel in 3D quasi auf den Wohnzimmertisch projizieren." Eine Nabu-Insektensommer-App soll bald folgen. Mithilfe der verschiedenen Apps könne verlorengegangenes Wissen über die Natur zurückgewonnen werden. Dafür sorgt auch die Gruppe naturgucker.de, zu der auch Rolf Jantz aus Wathlingen gehört. Er ist viel im Landkreis Celle und darüber hinaus unterwegs und kartiert mit seinem Telefon Biotope – früher hat er das mit Zettel, Stift und Landkarte gemacht. Aber auf seine Kamera will der 65-Jährige trotzdem nicht verzichten, um auch Tiere in größerer Entfernung zu fotografieren.

Die Folgen des Klimawandels

Besonders gerne ist Jantz im Moor und an Gewässern unterwegs. Auf seinen Streifzügen bemerkt er auch die Folgen des Klimawandels. Dieser verändere vor allem das Verhalten der Zugvögel und auch bei den Insekten gebe es eine Verlagerung der Verbreitungsgrenze nach Norden. Jantz entdeckte schon in seinem Territorium eine Libellenart aus dem Mittelmeerraum. "Wenn man selbst zu den Bestandskarten und zur Kenntnis über die Verbreitung beiträgt, ist das schon ein Erfolgserlebnis."

Aufgepasst: Regeln gibt es auch in der Natur!

Wer jetzt in die Natur möchte, sollte allerdings ein paar Regeln beachten. Dazu gehört unter anderem, dass in Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen werden dürfen. Oder: "Manche nutzen Apps mit Vogelstimmen exzessiv, ihnen ist dabei nicht bewusst, dass sie die Tiere damit massiv stören", mahnt Gaby Schulemann-Maier von naturgucker.de. Zum Schutz sensibler Tier- und Pflanzenarten hat die App auch die Funktion, genaue Beobachtungsorte zu verbergen. Beispielsweise wurden im Landkreis Holzminden im vergangenen Jahr mehrmals seltene wilde Orchideen ausgegraben und gestohlen.

Mit Material von dpa
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