Apfelernte.
Ellen Hartmann | am

Stade: Ein autonomer Erntehelfer für Obstplantagen

In Jork im Landkreis Stade soll der "Autonome Obstplantagenhelfer Altes Land", kurz "AurOrA", Obstlandwirtinnen und Obstlandwirten bei der Ernte helfen. Gestern (29. September) war der Prototyp im Alten Land im Einsatz.

Bedächtig fährt der Zweiachser durch die Obstplantage im Alten Land, wie von Geisterhand und völlig autonom. Viel Platz zum Rangieren hat der "AurOra" aber nicht zwischen den Apfelbäumen. Hier sind die Gassen 3,50 Meter breit, geerntet wird die Apfelsorte "Red Jonaprince" - der beliebteste rote Apfel in Nordeuropa. 

Ist der Helfer zukunftsfähig?

Noch ist der autonome Obstplantagenhelfer ein Projekt und Forschungsvorhaben, das erst im Januar 2030 abgeschlossen sein soll. Vorstellen, dass der "AurOra" ihm in Zukunft bei der Arbeit hilft, kann sich Obstbauer Axel Schuback aber bereits jetzt. Seiner Meinung nach, müssten dann aber die Einsatzmöglichkeiten erweitert werden. Laut Alexander Kammann, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule 21 in Buxtehude, sei der knapp 700 Kilogramm schwere Prototyp jedoch noch nicht soweit. Allerdings sagt Kammann: "Der zweite Meilenstein ist erreicht." Vier Meilensteine sind gesetzt. 

Was kann "AurOra" bereits?

Momentan kann das Fahrzeug selbstständig durch die Plantage navigieren und kennt Grenzen und Wege der Anlage. Im kommenden Schritt sollen Sicherheitsmechanismen eingebaut werde. "Was passiert, wenn ein Mensch den Weg kreuzt oder ein Baum umgeknickt ist", so Kammann. Hierfür sollen GPS-Technologie und Ultraschall-Sensorik genutzt werden. Ziel des Projektes ist es, dass "AurOra" die bis zu 500 Kilogramm schweren Apfelkisten findet, aufnimmt und zur Sammelstelle transportiert. Idealerweise soll das Fahrzeug dann die vollen Kisten auf andere Kisten stapeln können. "Nachfrage und Bedarf sind da", so Kammann. 

Interessant für viele Obstbauern

"AurOrA" wird völlig elektrisch betrieben, auch die vier kleinen Hubmotoren. Ist das Fahrzeug ausgereift, könnte es nicht für für die Obstbauern im Alten Land attraktiv sein. "Dann müsste es aber nicht nur in den drei Monaten der Ernte eingesetzt werden, sondern ganzjährig für die Pflege der Plantage", erklärt der Experte. Entwickelt wird das Fahrzeug von der Hochschule 21 und der Firma PWH Peter Wahlen Landmaschinentechnik in Jork. Das Projekt wird mit Bundesmitteln gefördert und ist auf drei Jahre ausgelegt. 

Mit Material von dpa
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