Schafherde mit Schäfer
Anne Friesenborg | am

Uelzen: Katastrophaler Wolfsriss

Die Tierhalter sind den Wölfen nicht gewachsen. Trotz verbesserter Schutzmaßnahmen haben sich die Rissereignisse in Niedersachsen im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits fast verdoppelt.

Besonders betroffen sind derzeit zwei Schäfer im Raum Uelzen mit zwölf Rissen und mindestens 114 toten Schafen und Ziegen innerhalb von sieben Wochen.

Im Zusammenhang mit einem Riss vom 18. März 2020 berichten die Jäger vor Ort von zwei Rudeln, die immer wieder gesehen werden. 

In der folgenden Nacht kam es zu einem weiteren Übergriff. Die Herde der Glockenschäferei von Familie Jahnke in Eimke stand mit 850 Tieren in Arendorf. Die Herde war ausgebrochen und in zwei Gruppen gesplittet. Ein Teil der Herde konnte in Holthusen auf einem Acker gesichert werden.

Im Morgengrauen offenbarte sich die Härte dieses Übergriffs: Bis Wulfsode lagen die Kadaver auf den Äckern, überwiegend durch Kehlbiss getötet. Die Spurenlage ist laut dem Wolfsberater erdrückend: Kehlbisse, Trittsiegel - alles da.

Eine Desaster für den Schäfer

Viele Helfer aus der Umgebung fanden sich ein, um den Schäfer und seine Familie zu unterstützen. Während Tochter Verena die verletzten Tiere einsammelte, war Gerd Jahnke dabei, die versprengten Tiere zu suchen. Andere Helfer sammelten bis in den späten Nachmittag die toten Tiere in der Umgebung ein. Am Ende waren es 26 tote Tiere und mindestens 16 verletzte Tiere, die eventuell zum Teil noch eingeschläfert werden.

Die Betroffenheit steht der Schäferfamilie ins Gesicht geschrieben. „Das ist eine Katastrophe“ sagte Schäfer Gerd Jahnke.

„Seit Jahren kämpfen wir einen aussichtslosen Kampf, die Wölfe sind schlauer als wir. Esel habe ich angeschafft, die dürfen aber nicht alleine in der Herde stehen. Sechs Herdenschutzhunde wurden angeschafft und Netze von 1,07 m, höher als der geforderte Grundschutz von 90 cm. Alle ein bis zwei Tage bauen wir unsere Netze auf dem Ölrettich um. Wir können hier kaum noch in die Zukunft planen, wir sind nur noch mit Wölfen und dem Schutz unserer Schafe beschäftigt.“ Mittlerweile haben sie die Herden zusammengezogen und bauen die Netze doppelt auf.

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