Weg des Baumwipfelpfades in Bad Harzburg
Laura Schneider | am

Ungewohnte Perspektive: Baumwipfelpfade in Niedersachsen sind beliebt

Im sonst eher flachen Niedersachsen bieten Baumwipfelpfade eine ganz neue Perspektive. Hohe Besucherzahlen zeigen, dass sie bei der Bevölkerung sehr beliebt sind.

Im Wildpark Lüneburger Heide wurde Ende September nach rund 6-monatiger Bauzeit ein neuer Baumwipfelpfad fertig gestellt. Gut drei Monate nach Eröffnung des „Heide Himmel“ in Hanstedt-Nindorf (Landkreis Harburg) sind die Betreiber sehr zufrieden mit den Besucherzahlen. „Wir sind bereits bei rund 40.000 Besuchern“, so Geschäftsführer Alexander Tietz. „Damit sind unsere Erwartungen voll erfüllt.“

Nach Angaben des Parks ist der „Heide Himmel“ die höchste derartige Anlage in Norddeutschland. In gut 20 Meter Höhe führt der Pfad auf einer Länge von rund 700 Metern über die Bäume, der angeschlossene Aussichtsturm ist etwa 40 Meter hoch. Bei gutem Wetter könne man bis nach Hamburg sehen. Das Projekt kostete nach Angaben des Parks knapp sieben Millionen Euro. Das Land Niedersachsen steuerte 2,1 Millionen bei.

Barrierefreier Baumwipfelpfad in Bad Harzburg

Ein Besuchermagnet ist auch der im Mai 2015 eröffnete Baumwipfelpfad im Harz. Die Anlage führt in gut 20 Metern Höhe durch die Kronen eines alten Mischwaldes im Kalten Tal bei Bad Harzburg. Gleich im ersten Jahr begeisterten sich mehr als 200.000 Gäste. „Und das Interesse hat nicht nachgelassen“, sagte die Leiterin Eva Ronkainen. „Mittlerweile sind wir bei insgesamt 1,05 Millionen Besuchern“.

Der barrierefreie Baumwipfelpfad ist rund 1.000 Meter lang und hat mehr als 30 Stationen. Dort werden die Besucher mit der Flora und Fauna des Harzes sowie mit der Geschichte der Region vertraut gemacht. Ergänzend wurde am Grund des Pfades ein Baumwurzelpfad eingerichtet.

100.000 Besucher im Baumwipfelpfad Bad Iburg seit April

Die Kurstadt Bad Iburg bekam ihren Baumwipfelpfad zur Landesgartenschau 2018. Am 13. April 2019 wurde die Anlage wiedereröffnet. Seitdem seien knapp 100.000 Besucher gezählt worden, so Geschäftsführer Veit Engelke. Das entspreche genau dem Plan. Der Weg ist außer Heiligabend und Silvester ganzjährig geöffnet, mit reduzierten Öffnungszeiten in der dunklen Jahreshälfte.

Zu den Sonderaktionen gehören frühmorgendliche Führungen in den Sommermonaten. Dabei können Besucher im Juni schon um drei Uhr morgens den erwachenden Wald erleben. „Man muss früh aufstehen, aber das ist etwas ganz Besonderes. Die Stimmung im Wald ist ganz besonders, weil die Vögel dann sehr aktiv sind“, so Engelke.

Des Weiteren werde zusammen mit den Niedersächsischen Landesforsten ein Waldwochenende geboten, bei dem etwa die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald thematisiert werden. Ein Lichterfest am 5. September gehöre schon seit der Landesgartenschau zum Höhepunkt des Veranstaltungsjahres. Laut Engelke verzeichnete das Lichterfest im vergangenen Jahr knapp 4.500 Besucher.

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