Im Heidekreis hat ein Wolf ein Großpferd attackiert und schwer verletzt.

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Imke Harms | am

Wolf attackiert Großpferd im Heidekreis

Es ist eins der Horror-Szenarien, die sich Pferdehalter ausmalen können: In einem Offenstall in Soltau im Heidekreis ist ein Großpferd von Wölfen angegriffen worden.

Wie der Heide Kurier berichtet, hat sich der Vorfall in Hötzingen, einem Stadtteil von Soltau, bereits Ende Dezember ereignet. Der Stallbetreiber, Jörg Eggers, züchtet nach Informationen der Zeitung mit seiner Familie seit vielen Jahren Trakehner. Das attackierte Pferd ist ein sechsjähriger Wallach, 1,73 Meter Stockmaß, rund 600 Kilogramm schwer. Er gehöre einer Freundin der Familie Eggers.

Biss in den Oberschenkel

Zusammen mit zwei anderen Reitpferden habe er nachts in einem Offenstall auf dem Hof gestanden, als offenbar vom 28. auf den 29. Dezember der Wolf in den Paddock eindrang und den Wallach in den Oberschenkel des linken Hinterbeins biss. Der Gesäßmuskel habe großflächig auseinandergeklafft, sodass die Familie das Tier in die Klinik Nindorf verbrachte, wo es inzwischen schon zweimal operiert worden sei.

Schon häufiger Wölfe gesichtet

Laut Tierbesitzer hätten sowohl der Förster als auch der Wolfsbeauftragte bestätigt, dass die Verletzung von einem Wolf stammt. „Die Decke des Pferdes war teilweise zerrissen und es waren auch Kratzspuren zu sehen.“ Seither war der Züchter jede Nacht mehrmals unterwegs, um die Pferde zu schützen. Von einem befreundeten Jäger habe er sich ein Nachtsichtgerät geliehen, auf dem die Wölfe deutlich zu sehen waren. Eggers berichtet, in der Silvesternacht habe der Wolf ihm direkt gegenübergesessen. „Wir sind hier zwischen zwei Truppenübungsgebieten und haben seit Jahren immer wieder Wolfssichtungen. Wir haben auch immer mal junge Wölfe, die auf der Suche nach einem neuen Revier durchs Dorf kommen. Aber bislang haben wir sie nie bei den Pferden direkt gesehen.“

Ungewöhnlicher Vorfall

Ein Wolfsberater aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg sprach dem NDR gegenüber angesichts der Größe des Pferdes von einem eher seltenen Vorfall. Für Wölfe sei bei einem Angriff allerdings nicht die Größe der Beutetiere entscheidend, sondern ihre Wehrhaftigkeit.

In Schweden dürfen seit Montag Wölfe gejagt werden. 75 Tiere dürfen in diesem Jahr getötet werden.

Zuschüsse für die Operation des Pferdes?

Die Familie Eggers hat nach Angaben des Heide Kuriers sofort Maßnahmen ergriffen und einen Paddock mit einem Wolfszaun eingezäunt. Dafür soll es Zuschüsse vom Land geben, allerdings fehle dafür gerade noch ein Dokument. Auch Zuschüsse zu den Tierarztkosten für Richies Behandlung soll es geben, die seien allerdings gedeckelt. „Zum Glück gibt es aber eine OP-Versicherung für das Pferd“, sagt Eggers. Der monetäre Schaden sei aber das Geringste.

Sorgen um die Kinder

„Es kann nicht sein, dass wir Wölfe in den Dörfern haben“, betont er. Dem Heide Kurier berichtete er außerdem, er habe „ein sehr schlechtes Gefühl“, seinen zweijährigen Enkel allein in seiner Sandkiste direkt neben dem Pferdestall spielen zu lassen.

Neues Wolfsmanagement gefordert

Der Pferdezüchter betont, dass er den Wolf nicht „loswerden“ wolle. Wie der NDR berichtet, habe er ausgesagt, dass er dessen Existenz akzeptiere, doch dafür plädiere, dass Vergrämungsmaßnahmen zugelassen werden, um die Tiere aus bestimmten Bereichen fernzuhalten.

Statistiken zeigen, dass die Wolfspopulation stetig ansteigt. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Übergriffe auf Weidetiere stetig zu. Unter anderem die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) fordert, neue Regelungen des Wolfsmanagements. Das Ziel wäre es, den Schutzstatus des Wolfes zu ändern von „streng geschützt“ in „geschützt“.

Mit Material von NDR, Heide Kurier
In Niedersachsen gibt es immer mehr Wölfe, aber angeblich weniger Wolfsrisse. Die Landesjägerschaft erklärt, warum sie daran Zweifel hat.

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