Schrebergärten nahe der Städte sind beliebt
Janina Schuster | am

Schrebergärten werden immer beliebter

Reisebeschränkungen und Lockdowns lassen Urlaube im Ausland nicht zu und so gilt es, sich Alternativen zu suchen. Viele junge Familien entdecken nun den Kleingarten für sich.

"In Städten wie Lüneburg gibt es in 16 Kleingartenvereinen kaum noch freie Parzellen. Das ist in anderen Städten im Land ähnlich", sagt Joachim Roemer, Vorsitzender des Landesverbandes der Gartenfreunde. Das gute Wetter tue sein Übriges, fügt er hinzu. Die Corona-Pandemie lässt die Nachfrage nach Schrebergärten rasant steigen - und übersteigt dabei fast das Angebot. Doch es ginge um mehr, als die Gestaltung der freien Zeit. Vielen Familien gefalle auch die Möglichkeit, den Kindern zu zeigen, wo ihr Gemüse herkommt.  

Schrebergärten günstig zu bekommen

Der finanzielle Aspekt sei ein weiterer Anreiz. Die Parzellen seien deutlich günstiger als der Campingurlaub. So kostet ein Grundstück mit 400 Quadratmetern 60 Euro pro Jahr. Zusätzlich kommen Vereinsbeitrag und Versicherung hinzu. Und die Verantwortung, sich um seinen Garten angemessen zu kümmern, ansonsten werde man durch die Vereine darauf aufmerksam gemacht. 

Klientel wird jünger

Der Imagewandel der Schrebergärten bringt jedoch auch Probleme mit sich. "Wegen der Durchmischung der Kleingärten mit jungen Familien gibt es neue Probleme wie die Abstimmung über Trampoline oder Swimmingpools. Das ist wie auf einem Dorf, man muss mit der Nachbarschaft auskommen", sagt Roemer. Er freue sich jedoch, dass nun viel positiver über die kleinen Gärten berichtet würde als früher noch. 

Alternative zum Kleingarten: Feldparzellen

Für jene, die sich einen kompletten Garten mit Haus nicht zutrauen oder aber an vollen Wartelisten scheitern, gibt es eine Alternative: Mietgärten. Eine Feldparzelle, auf der man sich dem Gemüseanbau widmen kann, ohne zusätzlich Heckenschnitt und Rasenmähen im Auge behalten zu müssen. Der Berliner Landwirt Max von Grafenstein bedient die steigende Nachfrage: "Auf unserer Warteliste stehen rund 2.500 Personen. Für viele ist es beglückend, einmal in der Woche lebendige Erde zwischen den Fingern zu spüren." 900 Parzellen vermietet er an vier Standorten in Berlin und Brandenburg. Zwei bis drei Stunden pro Woche seien nötig, um knackiges Biogemüse zu ernten. 

Auf dem Markt sind diverse Anbieter solcher Feld-Mietparzellen. Viele Landwirte haben in diesem Jahr ihre Flächen dafür vergrößert.

Stress durch grüne Umgebung reduzieren

Für den Berliner Psychiater und Stressforscher Mazda Adli kommt diese Entwicklung nicht von ungefähr: "Die Arbeit in der Natur wirkt sich positiv auf die seelische Gesundheit aus. Bereits Stadtgrün wie Parks, Beete oder Bäume am Straßenrand senken den Stresslevel", sagt er. "Bei Gartenarbeit kommt noch ein zusätzlicher psychologischer Effekt dazu: Man schafft mit den Händen ein sichtbares Werk, ein Erfolgserlebnis. Das sorgt für Selbstwirksamkeitserleben, was positive Emotionen stimuliert und uns mit Stress besser umgehen lässt."

Mit Material von dpa
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