Eis-Vanilleeis-Eisdiele

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Anne-Maria Revermann | am

Dem Schwindel auf der Spur: Was ist drin im Vanilleeis?

Wie viel echte Vanille ist tatsächlich im Vanilleeis? Wie unterscheiden sich Fertigprodukte von jenen aus Eisdielen? Das sind die Ergebnisse.

Bei sommerlichen Temperaturen ist cremiges Eis mit feiner Vanille einfach unwiderstehlich. Doch steckt wirklich auch echte Vanille im Vanilleeis? Das LAVES hat nun insgesamt 64 Proben aus handwerklicher und industrieller Herstellung untersucht: 21 Proben aus Eisdielen und 43 Proben Fertigpackungen aus dem Lebensmitteleinzehlhandel. Das Ergebnis: ernüchternd.

16 von 21 Proben aus Eisdielen wurden beanstandet

Von den 21 Proben aus den Eisdielen sind 16 beanstandet worden. Von den 43 Proben aus Fertigpackungen 10. Davon waren in den handwerklichen (13) und in den industriellen Proben (4) nicht ausschließlich echte Vanille enthalten, obwohl laut Kennzeichnung davon auszugehen war.

Unter anderem wurden stattdessen synthetisch hergestellte Aromastoffe, die nicht in natürlicher Vanille enthalten sind, gefunden. Ein als „Vanilleeis“ bezeichnetes Speiseeis darf nur echte Vanille oder natürliche Vanillearomen enthalten.

Beurteilt wurde nach den Leitsätzen für Speiseeis des Deutschen Lebensmittelbuches. Danach erhält Vanilleeis den Vanillegeschmack ausschließlich durch gemahlene Vanilleschoten, Vanilleextrakt und/oder natürliches Vanillearoma. Der Vanillegeschmack ist deutlich wahrnehmbar. Wird synthetisch oder biotechnologisch hergestelltes Vanillin zur Aromatisierung verwendet, entweder allein oder als Zusatz zu echtem Vanillearoma, so ist der Hersteller verpflichtet, dies durch die Angabe „mit Vanillegeschmack“ in der Verkehrsbezeichnung des Lebensmittels kenntlich zu machen. Die Bezeichnung „Vanille“ wäre irreführend.

Irreführende Kennzeichnungen auf Eis-Verpackungen

Weitere Beanstandungsgründe: Bei drei Proben aus Fertigpackungen war beispielsweise die Bezeichnung „Karottenextrakt“ im Zutatenverzeichnis als unvollständig beurteilt, da der Hinweis „färbendes Lebensmittel“ fehlte.

Bei einer Probe (Fertigpackung) wurde die Nährwertdeklaration als irreführend beurteilt, da die angegebenen Gehalte an Fett und Zucker mehr als 20 Prozent von den tatsächlichen Gehalten abwichen. Bei den losen Proben fehlten zudem vereinzelt die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen und Allergenen.

Das Fazit der Untersuchungen ist demnach ernüchternd: Für Vanilleeis, insbesondere bei den losen handwerklichen Proben, wird kaum noch echte Vanille verwendet. Verbraucher bleiben zudem durch irreführende Kennzeichnung im Unklaren.

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