Orkan Yelina sorgt momentan für stürmische Zeiten im Norden.

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Ellen Hartmann | am

Stürme: Wer kommt eigentlich für Schäden bei Unwetter auf?

Stürme und Unwetter passieren häufiger und heftiger. Was passiert nach einem Unwetter? Wir erklären, welche Versicherung für welchen Schaden aufkommt.

Ylenia, Zeynep, Antonia: Gleich mehrere Stürme und ein Orkan hatten nicht nur den Norden Deutschlands im Griff. Zahlreiche Feuerwehren in Niedersachsen und Bremen mussten ausrücken, um umgestürzte Bäume zu entfernen oder abgedeckte Häuser zu sichern. An der Nordseeküste sorgte der Sturm für höhere Wasserstände, die erwartete Sturmflut blieb aber aus.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 km/h

Mehrere Tote und immense Schäden: Das ist die Bilanz der vergangenen Sturmtage. Die Spitze an Windgeschwindigkeiten wurde am Nordsee-Leuchtturm "Alte Weser" gemessen: 162 Stundenkilometer waren es. Am Flugplatz Nordholz bei Cuxhaven und am Leuchtturm Kiel wurden in der Spitze rund 140 km/h registriert. Auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog blies der Orkan mit rund 135 Kilometern in der Stunde.

Ruhe soll erst am Dienstag einkehren - zuvor erfasst Sturmtief "Antonia" Deutschland. Orkantief "Zeynep" hatte zum Start ins Wochenende für Sturmflut im Norden, Ausfälle im Bahnverkehr und Unfälle auf den Straßen gesorgt. Insgesamt starben in Europa 13 Menschen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. In Bad Zwischenahn kippte eine rund neun Meter hohe Fichte auf ein Klinikgebäude, die Nordseeinseln Wangerooge und Langeoog verloren erhebliche Teile ihres Badestrandes.

Die Deutsche Bahn hatte den Zugverkehr am Freitag teilweise eingestellt, vor allem der Norden war betroffen. Schäden am Schienennetz gibt es auf mehr als 1.000 Streckenkilometern, Räumtrupps sind rund um die Uhr im Einsatz.

Ersten Schätzungen zufolge verursachte "Zeynep" in Deutschland versicherte Schäden von über 900 Millionen Euro. Der Sturm sei der intensivste seit "Kyrill" im Jahr 2007 gewesen, teilte die Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) mit. Die versicherten Schäden des vorangegangenen Sturms "Ylenia" hatte das Unternehmen auf 500 Millionen Euro geschätzt.

Schäden an Haus und Auto - das kann teuer werden

Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, Starkregen: Stürme und Unwetter können für große Schäden an Wohnhäusern und Fahrzeugen sorgen - und das kann gerne teuer werden. Dennoch gibt es keine Universalversicherung gegen Schäden, die durch Unwetter entstanden sind. Denn mehrere Versicherungsarten teilen sich die Risiken. Deshalb sollten Sie Folgendes beachten:

  • Mieterinnen und Mieter benötigen eine Hausrat-Versicherung
  • Haus- oder Wohnungsbesitzer brauchen eine zusätzliche Wohngebäude-Versicherung
  • Autobesitzer sollten eine Teil- oder Vollkaskoversicherung haben

Sturm, Brand, Blitzeinschlag: Wann zahlt die Hausrat-Versicherung?

Die Hausrat-Versicherung sorgt dafür, dass alles, was sich in der Wohnung oder im Keller befindet und in Mitleidenschaft gezogen wurde, versichert ist. Weiter sorgt die Versicherung dafür, dass Schäden durch Sturm, Blitzeinschlag, Brand oder Leitungswasser an beweglichen Gütern (wie Teppiche, Möbel, Kleidung oder technische Geräte) abgedeckt sind. Die Erstattung gilt jedoch meist nicht für Dinge, die draußen gestanden haben. Beispielsweise springt die Hausrat-Versicherung nicht ein, wenn ein Wasserschaden entstanden ist, weil Sie vergessen haben, ein Fenster zu schließen.

Auch ist in Standard-Versicherungen oft nicht abgesichert, wenn es zu Beschädigungen von elektrischen Geräten durch die Überspannung im Stromnetz kommt. Hier sollten Sie Ihre Police vor Abschluss genau prüfen, empfiehlt der Bund der Versicherten. 

Schäden am Dach: Wann reagiert die Wohngebäude-Versicherung?

Die Wohngebäude-Versicherung tritt dann in Kraft, wenn es durch Hagel, Sturm, Brand, Blitzeinschlag oder durch Leitungswasser zu Schäden an Haus oder Dach gekommen ist. Doch Achtung: Die meisten Versicherungen springen erst ein, wenn ein Sturm mit Windstärke 8 (also Geschwindigkeiten ab 62 km/h) Schäden verursacht hat. Wird das Dach nur teilweise abgedeckt und hat Regenwasser Wände und Decken beschädigt, ist das versichert. Je nach Versicherungs-Police sind auch Schäden an Gartenhäuschen oder Carports abgedeckt. 

Überflutungen: Versicherung gegen Elementarschäden nötig

Bei Blitz und Brand zahlt die Wohngebäude-Versicherung auch. Zudem sollte Ihre Police auch die Entfernung umgestürzter Bäume beinhalten. Hierauf sollten Sie beim Abschluss achten. Nicht abgedeckt ist es übrigens, wenn Wasser aus einem Fluss ins Haus fließt oder von einer Straße. Hier ist eine Versicherung gegen Elementarschäden nötig. Diese Versicherung deckt auch Schäden durch Lawinen, Schneedruck, Erdrutsche oder Erdbeben ab. Laut der Stiftung Warentest wird eine Zusatzversicherung für Elementarschäden immer wichtiger, da es immer öfter Unwetter mit Starkregen gebe. 

Schäden am Auto durch Hagel oder umgestürzte Bäume

Die Teilkaskoversicherung springt übrigens bei Sturm- und Hagelschäden am Auto ein. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass die Versicherungen erst bei einer Windstärke von mindestens 8 tätig werden. Im Gegensatz dazu zahlt eine Vollkaskoversicherung unabhängig von der Windstärke. Auch wenn der Schaden selbst verschuldet ist, greift die Vollkaskoversicherung. In der Regel ist aber nicht der Wiederbeschaffungswert, sondern der Zeitwert des Fahrzeugs versichert. Bei der Schadensregulierung von Wasserschäden handelt die Teilkasko. Sie kann aber die Zahlung ablehnen, wenn Sie beispielsweise Ihr Fahrzeug nicht rechtzeitig aus einem Überschwemmungsgebiet entfernt haben. Einen Motorschaden aufgrund einer Überschwemmung zahlt die Teilkasko nur dann, wenn die Flut plötzlich aufgetreten ist. Auch die Vollkaskoversicherung kann Zahlungen wegen "grober Fahrlässigkeit" ablehnen. 

Mit Material von NDR, dpa und NOZ, tagesschau

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