Umgestürtzter Baum im Wald
Christel Grommel | am

Sturm Sabine wütet in Niedersachsen (aktualisiert)

Am Sonntagabend und in der Nacht ist Sturm "Sabine" über den Norden hinweggefegt. Starke Böen und große Regenmengen sorgten für Rettungseinsätze und Schäden. Der Sturm zieht in Richtung Süddeutschland.

Der DWD hatte eine bis in die Nacht geltende Unwetterwarnung von den Küsten bis zum Harz herausgegeben. Heute früh wurde die Warnung aufgehoben. 

Für die Nordseeküste allerdings gilt eine Sturmflut-Warnung bis heute Abend gegen 17:30 Uhr. 

 

Viele Einsätze für die Feuerwehr

In Niedersachsen gab es bis zum Morgen rund 1.000 Rettungseinsätze. Böen von mehr als 130 km/h und heftige Regenschauer sorgten für Verkehrsbehinderungen, Stromausfälle und zahlreiche Feuerwehreinsätze. Umgestürzte Bäume, herumfliegende Dachziegel und Verkleidungen waren die häufigste Ursache für Einsätze. 

Nach ersten Erkenntnissen sind die Sturmschäden in Niedersachsen geringer ausgefallen als erwartet. "Am Ende ist doch weniger passiert als erwartet", sagte ein Sprecher der Polizei Hannover. 

Schulen geschlossen

In Niedersachsen fällt heute aufgrund des Sturmtiefs in vielen Kommunen der Schulunterricht aus. Betroffen sind unter anderem die allgemeinbildenden Schulen sowie die Berufsschulen in Wilhelmshaven sowie in den Landkreisen Northeim, Goslar, Oldenburg, Osnabrück, Diepholz, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden und Göttingen und dem Emsland.

Auch in Stadt und Region Hannover, Bremerhaven, Delmenhorst sowie den Kreisen Grafschaft Bentheim, Verden, Wesermarsch, Vechta, Ammerland und Leer sollen die Schulen geschlossen bleiben.

 

Verkehr umfassend lahmgelegt

Deutlich zu spüren bekamen den Sturm die Pendler. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn wurde am Sonntagnachmittag eingestellt und ruhte bis mindestens 10:00 Uhr. Den ganzen Montag über erwartet die Bahn noch Störungen.

Auch der regionale Bahnverkehr war in vielen Bundesländern betroffen. Die Deutsche Bahn rät bis einschließlich Dienstag von geplanten Reisen ab, vor allem im Norden und Westen sei noch mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.

An den Flughäfen fielen Hunderte Starts und Landungen aus, der Flughafen Hannover war ebenfalls betroffen. 

Auf den Autobahnen ist noch mit Behinderungen zu rechnen. Die Polizei rät von Fahrten ab, wer fahren müsse, solle mehr Zeit einplanen und langsam fahren. 

Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln war ebenfalls betroffen, laut Angaben der Reedereien sind die Fähren aber nun wieder im Einsatz. 

Warnung vor Besuch der Wälder

Es wird weiterhin vor dem Betreten der Wälder gewarnt, auch nach dem Durchzug von "Sabine".

Die Nationalparkverwaltung Harz warnt dringend: "Es besteht weiterhin eine akute Gefahr für Leib und Leben." Äste könnten weiterhin herunterfallen oder geschädigte Bäume umstürzen. Auch die Mitarbeiter gehen nicht in die betroffenen Waldgebiete, eine Bestandsaufnahme der Schäden sei erst im Laufe der kommenden Tage möglich.

Die Mitarbeiter der Landesforsten seien vorerst damit beschäftigt, die Straßenmeisterei bei der Räumung der Straßen zu unterstützten.

In den Hochlagen des Mittelgebirges hatte Sabine nach Angaben des Landkreises Goslar Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 160 km/h erreicht. Insgesamt sei die Region Harz im Vergleich zu früheren Stürmen "mit einem blauen Auge davongekommen". 

Mit Material von NDR und dpa

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