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Anne Hirschfeld | am

Urnenbestattung stark gefragt

Totensonntag: Noch bis Anfang der 1960er Jahre waren Bestattungen im Sarg die Regel und zudem auch kirchlich vorgeschrieben. Das hat sich schon lange geändert. Viele Menschen in Niedersachsen entscheiden sich heute für eine Urnenbestattung. Warum ist das so?

Die Zahl der Urnenbeisetzungen nimmt in Niedersachsen stetig zu. Nach Angaben der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover lag der Anteil der Einäscherungen 1990 noch bei 11,6 Prozent. Mittlerweile hat sich dieser Wert fast verfünffacht - so waren etwa 2015 schon 50,5 Prozent der Beisetzungen in der Landeskirche Urnenbestattungen. Feuerbestattungen lägen im Trend, sagt der stellvertretende Sprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Benjamin Simon-Hinkelmann.

Urnengräber sind pflegeleichter

Ein entscheidendes Argument für eine Urnenbeisetzung ist die Pflege der Grabstelle. Viele Männer und Frauen wollen ihren Angehörigen nach dem Tod nicht die Arbeit an ihrem Grab zumuten. Dazu komme, dass die Grabpflege mit regelmäßigen Friedhofsbesuchen für Freunde und Familie der Verstorbenen oft gar nicht möglich sei, weil sie weiter entfernt wohnten, sagt der Sprecher des Bestatterverbandes Niedersachsen, Markus Gebauer.

Urnengräber auf Friedhöfen seien auch kleiner und pflegeleichter als eine Gruft oder ein Grab, das bepflanzt werden müsse. Auch Rasengräber würden deswegen in Niedersachsen zunehmend beliebter, sagte der stellvertretende Sprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche.

Grabpflege und QR-Quodes im Trend

In Niedersachsen starben im vergangenen Jahr genau 96 165 Menschen - fast die Hälfte (41 797) gehörte der evangelische Kirche an, 5516 der katholischen Kirche, teilt der Sprecher des Bistum Hildesheim, Volker Bauerfeld, mit.

Viele Menschen entscheiden sich zudem dafür, Verträge über eine Grabnutzung gleich mit einer eingeschlossenen Grabpflege abzuschließen. Dieser Trend habe sich in den vergangenen zwanzig Jahren entwickelt, sagt der Sprecher des Bestatterverbandes Niedersachsen. Dies sei auch vorteilhaft für die finanzielle Planung: "Der Kunde kann Risiken ausschließen", erklärt Gebauer.

Aber auch ganz individuelle Grabsteine werden nach Angaben des Kirchensprechers immer beliebter. Gefragt seien beispielsweise Grabsteine mit QR-Codes. Über das Smartphone können Friedhofsbesucher dann etwa eine Biografie des Verstorbenen oder Fotos abrufen.

Mit Material von dpa

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