Feuerwehrmann auf dem Moor

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Christel Grommel | am

Warnung vor Moorbränden

Der NLWKN warnt vor Moorbränden, die aufgrund der anhaltenden Trockenheit entstehen können. In diesem Jahr gab es schon in mehreren niedersächsischen Moorgebieten Brände.

Seit Monaten hat es kaum geregnet, und es wird befürchtet, dass 2020 den dritten Trockensommer in Folge bringen könnte. Für die Hochmoore bedeutet das nichts Gutes. Projektmanagerin Brosch im Regionalen Naturschutz beim NLWKN erklärt: "Dies schadet insbesondere Hochmooren, da es sich bei diesen um rein niederschlagsgespeiste Moore handelt. Im schlimmsten Fall fangen diese auch noch an zu brennen."

In den letzten Jahren gab es in Niedersachsen immer wieder Moorbrände. Diese verursachen enorme Schäden in der Pflanzen- und Tierwelt und setzen große Mengen an klimaschädlichen Gasen frei. 

Extrem schwer zu löschen

Moorbrände sind tückisch und nur schwer zu löschen. Sofern das Feuer nur die Vegetation verbrennt, ist es bei guter Erreichbarkeit schnell zu löschen und der Schaden bleibt gering.

"Schwieriger wird es bei entwässerten Moorgebieten. Infolge früheren Torfabbaus und zur landwirtschaftlichen Nutzung wurde der Wasserstand abgesenkt. Hinzu kommt, dass nach heißen und trockenen Phasen die oberen Torfschichten komplett austrocknen. Glutnester können hier immer wieder aufflammen", so NLWKN-Biotopexperte von Drachenfels.

Ist das Moor ausgetrocknet, kann das Feuer sich tief in das Erdreich fressen und schwelt dort immer weiter. Man sieht dann keine Flammen, sondern nur Rauch. An den Brandherd kommt man mit Löschwasser nur sehr schwer heran, langanhaltender Regen muss dann helfen.

Schon mehrere Moorbrände in 2020

In diesem Jahr hat es bereits mehrere Moorbrände gegeben. 

In emsländischen Herzlake ist die Feuerwehr am Sonntag (17. Mai) zu einem Flächenbrand ausgerückt, bei dem rund ein Hektar Moor in Brand geraten war. 50 Einsatzkräfte konnten den Brand löschen. Im April kämpfte ebenfalls im Emsland bei Papenburg die Feuerwehr gegen einen großflächigen Brand. Zwischen Lohne und Diepholz brannte ein Moorabschnitt, der Einsatz der Feuerwehr dauerte mehrere Tage.

In Rotenburg und Neuenhaus wurden Feuer im Wald gemeldet. 

Wiedervernässung ist wichtig

Die Wiedervernässung der Moore ist immens wichtig, denn: "Nasse Moore brennen schlecht", so die NLWKN-Expertin Brosch. 

Vernässte Moore verhindern Flächenbrände. Zwischen Wollgras und Torfmoosen steht im Frühjahr das Wasser, Flächenbrände sind so nicht möglich. Die Wiedervernässung ist vorbeugender Brandschutz

Zudem leistet sie einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, denn ein wassergesättigter Torfkörper ist klimaneutral und ermöglicht, dass Torfmoose wachsen und CO2 binden können. Wiedervernässung ist auch für den Biotop-, Arten- und Klimaschutz wichtig, indem sie hochmoortypischen Arten Lebensraum bietet.

Das Land Niedersachsen hat bereits 1981 ein Moorschutzprogramm aufgestellt, das als Ziel 85.000 Hektar Hochmoorflächen wiedervernässen will. Auf zahlreichen Flächen ist dies bereits umgesetzt worden.

Mit Material von NLWKN und dpa

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