Moor

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Christel Grommel | am

Wiedervernässung - Bauern tragen die Konsequenzen

Trockengelegte Moore setzen Emissionen frei und sollen wiedervernässt werden. Das bedeutet große Konsequenzen für die Landwirtschaft.

Niedersachsen ist Moorland Nummer eins in Deutschland: 14 Prozent der Landesfläche ist Moor. Zu 70 Prozent werden diese Flächen landwirtschaftlich genutzt. Am Greifswalder Moor Centrum haben Expertinnen und Experten berechnet, dass trockengelegte Moore für mehr als die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft verantwortlich seien.

„Wenn Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will, führt kein Weg daran vorbei, die trockengelegten, heute landwirtschaftlich genutzten Flächen wiederzuvernässen“, sagt die Leiterin des Greifswald Moor Centrums, Greta Gaudig.

Wie können die Folgen aufgefangen werden?

Viele Fragen zur Umsetzung der Wiedervernässung sind noch ungeklärt, vor allem, was an die Stelle der heutigen landwirtschaftlichen Nutzung treten soll. In den Ministerien für Umwelt und für Landwirtschaft arbeitet man derzeit an Konzepten. Moorbodenschutz müsse freiwillig, gemeinsam und kooperativ sowie gerecht erfolgen, heißt es in einer Stellungnahme aus beiden Häusern. Man benötige einen umfangreichen „Werkzeugkasten“, der auf unterschiedlichen Ebenen ansetze. Dabei wird auch an Flurbereinigungsmaßnahmen gedacht.

Gaudig regt Anbautechniken an, die mit dem Moorschutz vereinbar sind, etwa Paludikulturen. Torfmoose und Rohrkolbenanbau könnten in Frage kommen. Denkbar sei aber auch, dass die Landwirte Geld vom Staat oder aus dem Kohlenstoff-Zertifikate-Handel dafür bekommen, dass sie ihre Flächen wiedervernässen. Klar sei, dass man die Folgen unmöglich auf die Landwirte allein abwälzen könne.

Hennies: Wiedervernässung ist eine Zeitenwende

Der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Dr. Holger Hennies, vergleicht die Wiedervernässung als eine mit dem Kohleausstieg vergleichbare Zeitenwende. Es gehe in Niedersachsen nicht nur um landwirtschaftliche Fläche, sondern auch um Siedlungen. Davon seien etwa 100.000 Menschen betroffen. „Das heißt, Sie brauchen ganz andere wasserbauliche Konzepte in Niedersachsen.“ Hennies sieht die Notwendigkeit für eine Landesmoorgesellschaft, die sich um Konzepte zur Umsetzung dieser gigantischen Aufgabe kümmert.

Mit Material von dpa
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