Ein Unfallkreuz an der Seite einer Landstraße in Niedersachsen.
Ellen Hartmann | am

Wildunfall – was tun?

Im Frühling sollten Autofahrer auf den Landstraßen bei uns im Norden besser vorsichtig fahren. Denn zwischen April und Mai sind Wildtiere auf Wanderschaft. Hier ein paar Tipps, worauf Sie beim Unfall achten sollten.

Im April und Mai steigt die Zahl der Wildunfälle gegenüber dem März um das Doppelte an, das zeigte eine Studie des Deutschen Jagdverbandes (DJV) im vergangenen Jahr. Tatsächlich werden die meisten Unfälle in den Morgen- oder Abendstunden verursacht, wenn Wildschweine und Rehe nach Futter suchen und die Straßen überqueren.

Wann ist es ein Wildunfall?

Von einem Wildunfall wird erst gesprochen, wenn es sich um einen Unfall mit sogenanntem Haarwild handelt.

Dazu zählen unter anderem Schwarz- (Wildschweine) und Rotwild (Hirsche), Reh- und Damwild sowie Füchse oder Luchse. Unfälle mit Vögeln wie Fasanen oder Habichten sowie mit Nutztieren zählen aber nicht als Wildunfall.

Das sollten Sie beim Unfall beachten:

  • Warnblinker setzen
  • Warnweste vor dem Aussteigen anlegen
  • Vorsicht: Am besten über die Beifahrerseite aussteigen
  • Bei längerem Halt: Warndreieck aufstellen
  • Notruf absetzen
  • Nicht zurück ins Fahrzeug gehen. Stellen Sie sich hinter die Leitplanke.

Wenn Sie bei einem Wildunfall die Polizei benachrichtigt haben, sorgen die Beamten dafür, dass der zuständige Wildhüter informiert wird. Selbst wenn das Tier nur angefahren wurde und wieder verschwindet, muss die Polizei kontaktiert werden. 

Tipp: Mit einem Stück Kreide aus dem Verbandskasten kann die Stelle markiert werden, an der der Unfall passiert ist. Hier sollte zusätzlich ein Pfeil in die Laufrichtung des Tieres gezeichnet werden. So kann der Jäger das Tier später besser ausfindig machen. Auch der Straßenabschnittskilometer, der an den Leitpfählen ablesbar ist, kann helfen, die Suche zu verkürzen.

Paragraf 34 der Straßenverkehrsordnung "Unfall" gilt auch für Wildunfälle

Dieser Paragraf besagt: "Nach einem Verkehrsunfall hat, wer daran beteiligt ist, unverzüglich nachträglich die Feststellungen zu ermöglichen, wenn man sich berechtigt oder entschuldigt vom Unfallort entfernt hat." Allerdings sollten Beteiligte an einem Unfall nicht lange auf der Fahrbahn stehen und sich nicht selbst gefährden.

Mit Material von Polizeiinspektion Gifhorn
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