Ein Wolf.
Ellen Hartmann | am

Wölfe sind keine Kuscheltiere

Nachdem Umweltminister Olaf Lies den Abschuss mehrerer Problemwölfe freigegeben hat, stellt sich das Landvolk hinter die niedersächsische Wolfsverordnung. Wichtig sei vor allem, dass das Raubtier nicht verniedlicht werden dürfe.

"Welchen Schaden der Wolf auf Niedersachsens Weiden anrichtet, davon haben die Weidetierhalter genügend schlimme Bilder im Kopf!", so Jörn Ehlers, Landvolk-Vizepräsident. "Wir müssen der Gesellschaft klarmachen, dass der Wolf kein Kuscheltier ist. Die Reaktionen im Internet zu Wolfsvideos verdeutlichen, dass der natürliche Bezug zu diesem Raubtier in der Breite der Gesellschaft vollkommen verloren gegangen ist."

Grünen-Politiker Christian Meyer in der Kritik

Nach dem Abschuss von drei Wölfen, mache der Grünen-Politiker Christian Meyer "Stimmung im Netz und reite auf Definitionen junger Wölfe herum", so Ehlers. Weiter sagt er: "Mit dieser Verniedlichung von Wölfen werden bei naturfremden Menschen falsche Bilder erzeugt, die eine professionelle Objektivität nicht mehr zulassen. Doch die Wirklichkeit ist grausam – vor allem für unsere Weidetierhalter und deren Tiere. Selbst gestandene, junge Schäfer, wie Deichschäfer Kay Krogmann aus Cuxhaven-Altenbruch, geben auf, weil sie es leid sind, zerfetzte Schafteile einzusammeln."

Lob an Umweltminister Lies

Laut Ehlers sei die Niedersächsische Wolfsverordnung bei konsequentem Vollzug ein guter Mittelweg, den Artenschutz und die Interessen der Weidetierhalter miteinander zu verbinden und gerecht zu werden. Dies machte Jörn Ehlers auch in einem Brief an Olaf Lies deutlich: "Lies als verantwortlicher Minister, die beteiligten Behörden und die durchführenden Jäger haben volle Rückendeckung. Angesichts mittlerweile tausendfacher Risse von Weidetieren und resigniert aufgebender Weidetierhalter, war ein an die Dynamik des Konflikts Wolf und Weidetierhaltung angepasstes Management und konsequentes Handeln dringend erforderlich."

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Aktives Wolfsmanagement

Daher fordern Landvolk und das "Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement" auf Bundes- und EU-Ebene die Überarbeitung eines rechtlichen Rahmens für Weidetierhalter. "Hier muss endlich die Frage zum günstigen Erhaltungszustand geklärt werden, denn nur so sehen wir die Möglichkeit, im Wolfsmanagement entscheidende Schritte weiterzukommen – für den Erhalt der Weidewirtschaft und eine Koexistenz mit dem Wolf", sagt Ehlers. Bis es dazu komme, sei der größte Feind des Wolfes weiterhin das Auto: das 100. Raubtier sei kürzlich überfahren worden.

Mit Material von LPD
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