Jörn Ehlers, Landvolk-Vizepräsident, und Umweltminister Olaf Lies (rechts).
Ellen Hartmann | am

Wölfe in Niedersachsen: Landvolk fordert wolfsfreie Gebiete

Das Landvolk Niedersachsen hat heute (5. Juli), im Beisein von Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern, eine repräsentative Umfrage an Umweltminister Olaf Lies übergeben. Dabei geht es um das öffentliche Meinungsbild zum Thema Wölfe in Niedersachsen.

Laut der Umfrage empfinden rund 67 Prozent der Befragten die Rückkehr des Wolfes in Niedersachsen als gut. Jedoch sehen 72 Prozent der befragten Niedersachsen auch Probleme für die Weidetierhaltung und die Gesellschaft.

Umfrage zeigt: Bestandskontrolle ist notwendig

Insgesamt 70 Prozent der Teilnehmer sprechen sich für eine Bestandskontrolle der Wolfspopulation aus und fordern, dass sich Wölfe aus Landschaften fernhalten, die nicht eingezäunt sind – wie etwa Deichen (80 Prozent). "Uns haben die Ergebnisse und die darin deutlich erkennbare Unterstützung einiger unserer Forderungen, zum Beispiel nach einem Bestandsmanagement oder nach wolfsfreien Gebieten, schon überrascht", sagt Jörn Ehlers, Landvolk-Vizepräsident. "Umweltminister Lies wird dieses repräsentative Bild der öffentlichen Meinung bei zukünftigen Entscheidungen hoffentlich Rückenwind geben, um die nächsten notwendigen Schritte zu einem aktiven Wolfsmanagement zu gehen."

Der Wolf spaltet die Gemüter

Im Beisein von Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern hat Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers die Umfrage an Minister Olaf Lies übergeben.

"Bislang gab es keine greif- und belegbaren Daten zum öffentlichen Meinungsbild zum Umgang mit Wölfen", macht Ehlers weiter deutlich. "Die Diskussionen werden sehr kontrovers und vor allem emotional geführt: Wolfbefürworter und Naturschützer auf der einen Seite stehen Niedersachsens Weidetierhaltern auf der anderen Seite mit verhärteten Positionen gegenüber." Die Umfrage wurde gemeinsam mit den Weidetierhaltern Deutschland (WNON), der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Tierproduzenten (ANT), der Pferdeland Niedersachsen GmbH, dem Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN), der Deutschen Reiterlichen Vereinigung  (FN) sowie dem Landvolk Niedersachsen in Auftrag gegeben. Befragt wurden von Ende Mai bis Anfang Juni 2021 insgesamt 1.000 Niedersachsen ab 18 Jahren.

Zahl der Wölfe in Niedersachsen wird steigen

Weiter zeigt die Studie, dass ein Großteil der Befragten (65 Prozent) davon ausgeht, dass die Zahl der Raubtiere bei uns in Niedersachsen weiter steigen wird. Knapp drei Viertel (72 Prozent) sehen auch eine Gefahr für Nutztiere. Nicht gesehen werden allerdings Gefahren gegenüber Menschen, Tourismus oder der Artenvielfalt. "Obwohl die tatsächlichen Auswüchse der steigenden Wolfspopulation längst nicht allen Niedersachsen bewusst sind, befürwortet eine deutliche Mehrheit die Festlegung einer maximalen Anzahl von Wölfen in Niedersachsen gegenüber der uneingeschränkten und unregulierten Ausbreitung", sagt Ehlers. Denn insgesamt 65 Prozent der Befragen sagen, dass Wölfe entnommen werden müssen, wenn diese wiederholt Nutztiere reißen. Jedoch sehen nur 50 Prozent die Notwendigkeit eines Abschusses, wenn sich das Tier Siedlungen oder Menschen nähert. 

Mit Material von Landvolk Niedersachsen
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen